Ausstellung »Erfasst, verfolgt, vernichtet«
Weilburg erinnert © Gorenflo
  • Ausstellung »Erfasst, verfolgt, vernichtet«
  • Der Vorstand von Weilburg erinnert
 
vom 03.05.2018

»Weilburg erinnert« gegründet. Seine Maxime: »Nie wieder!«

Verein will Erinnerung an Gewalt des Faschismus wach halten.

Weilburg:
Am 19. April 2018 gründete sich auf Initiative von Markus Huth der Verein Weilburg erinnert e.V. im Weilburger Café Enterich. Nachfolgend ein Bericht von der Gründungsversammlung, der von Sabine Gorenflo im Weilburger Tageblatt veröffentlicht wurde:


WEILBURG Fakten benennen, Geschehenes dokumentieren, nichts beschönigen und die Erinnerung wach halten – das möchte der neue Verein »Weilburg erinnert«, der sich im Café Ententeich gegründet hat.

»Die Idee dazu ist aus der Ausstellung, ›Erfasst, verfolgt, vernichtet‹ entstanden, die im Januar und Februar im Bergbau- und Stadtmuseum präsentiert wurde«, sagte Markus Huth, der die Vereinsgründung initiiert hatte. Ziel des Vereins sei es, die Erinnerungskultur an die Gewaltkultur und die Zwangsherrschaft des Faschismus zu pflegen, die ihm zugrunde liegende menschenverachtende und rassistische Ideologie aufzuzeigen.

Daneben wolle man aber auch die Erinnerung an den Widerstand couragierter Bürger im Dritten Reich in Weilburg und Umgebung fördern und gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Terrorismus im Sinne eines »Nie wieder!« eintreten – darin waren sich alle elf Gründungsmitglieder einig. »Damit sich der deutsche Faschismus nicht wiederholt, ist es erforderlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Wege zu eröffnen, die auch denen Zugang ermöglichen, die diese Zeit nicht selbst erlebt haben«, sagte Huth.

Verein will Schüler beim Gedenktag zur Reichspogromnacht im November einbinden
Es gelte, kenntlich zu machen, wie es dazu kommen konnte, dass in einem Land mit großer humanistischer Tradition die Saat menschenverachtenden Gedankenguts aufging und ein Terrorregime Unterstützung fand.

Zum

Die Vereinssatzung wurde mit kleinen Änderungen ebenfalls einstimmig beschlossen.

Ziel und Zweck des Vereins sind unter anderem die Förderung, das Andenken an Verfolgte, Kriegs- und Katastrophenopfer sowie Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, internationaler Gesinnung der Toleranz und Mitmenschlichkeit auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens sowie der Würde des Menschen gemäß den Grundrechten im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Die Aufgaben des Vereins werden in der Satzung unter anderem so beschrieben, dass die Öffentlichkeit über die Verfolgung, Widerstand und Zwangsarbeit im Dritten Reich in und um Weilburg informiert werden soll. Außerdem geht es um Kooperation mit anderen Organisationen und Vereinen, Unterstützung von Anliegen von Minderheiten und Initiativen gegen Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, Ehrung und Unterstützung Betroffener aus Weilburg und Umfeld soweit möglich.

Der Jahresbeitrag für Vereinsmitglieder beträgt 24 Euro, für Schüler und Studenten zwölf Euro. Ideen für Aktivitäten wurden bei der Gründung auch schon geschmiedet. Am 9. November jährt sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht und dazu sollten alle Schulen beim Gedenktag eingebunden werden. Zum Schuljahresbeginn sollten alle Schulen über den Verein informiert werden. »Wir können Vorschläge machen, wie sich die Schüler einbringen können«, meinte Deuster. »Wir möchten zum Beispiel mit dem Geschichtsverein und dem Museumsverein zusammenarbeiten und wollen keine Konkurrenz sein«, sagte Schick. Auch wurde darüber nachgedacht, auch in Weilburg Stolpersteine zu installieren, sofern die Stadt zustimmt. »Hier könnten Schüler Patenschaften übernehmen“, warf Weil ein. Zudem sollten die Stolpersteine personalisiert werden. »Ich bin Mitglied im Verein geworden, weil wir in Zeiten leben, in denen es notwendig ist, Zeichen zu setzen, denn die Situation heute ist schlimmer als in den 90er Jahren«, meinte Deuster.

Bildlegende:
Bild 1:Die Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet“ hat den Grundstein für die Gründung des Vereins Weilburg erinnert“ gelegt. Bild © Gorenflo

Bild 2:Der Vorstand des neuen Vereins „Weilburg erinnert e.V.“: (v.l.) Hans-Peter Schick, Bärbel Kamphausen-Muser, Doris Hagel, Markus Huth, Martina Hartmann-Menz, Heinz-Jürgen Deuster und Jürgen Weil. Bild @ Gorenflo

 


Soweit der Bericht aus dem Weilburger Tageblatt.

Ein hoffnungsvoll stimmendes Projekt, dem WETZLAR ERINNERT e.V. einen guten Start und eine erfolgreiche Zukunft wünscht!

 
 

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