Integrationskonferenz
Integrationspreis 2018 © Bild: Arne Beppler
vom 25.09.2018

Vergabe des Integrationspreises

für die Stadt Wetzlar fand im Rahmen der Integrationskonferenz am 25.09.2018 im Rathaus Wetzlar. Den Preis in Höhe von 1.500 € erhielten zu gleichen Teilen an »Frauentreff Nähwelt« und die Flüchtlingshilfe Garbenheim.

Die Integrationskonferenz diskutiert Wege und Lösungen und war Forum für die Preis an zwei Integrationsprojekte

  • Die WNZ berichtet unter der Überschrift:
    »Frauen haben eine Schlüsselrolle«
    Wetzlar »Perspektiven von Frauen« standen im Mittelpunkt der fünften Integrationskonferenz. Mehr als 100 Teilnehmer tauschten sich im Rathaus über Schwerpunkte und Projekte im Wetzlarer Integrationsprozess aus. Der Integrationspreis wurde diesmal an zwei Initiativen verliehen.

    Frauen komme eine Schlüsselrolle im Integrationsprozess zu, sagte der Bevollmächtigte der Hessischen Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose. Dennoch würden Frauen von klassischen Angeboten oft schlecht erreicht, weil diese nicht auf deren spezielle familiäre Situation zugeschnitten seien. Klose begrüßte deshalb, dass die Integrationskonferenz ein besonderes Augenmerk auf die Lage von Frauen und Mädchen lege.

    Die Landesregierung habe mit den auf auf zehn Millionen Euro aufgestockten Mitteln im WIR-Programm auf die Situation reagiert. Damit sei die gesonderte Förderung von Modellprojekten zur verbesserten Teilhabe geflüchteter Frauen und Mädchen an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens möglich. »Integration muss aktiv gestaltet werden«, sagte der Staatssekretär. Wichtigste Instrumente auf kommunaler Ebene seien ein Integrationskonzept und -leitbild. »Die Praxis in Wetzlar ist beispielhaft für Hessen«, lobte Klose. Seit Jahren entwickele Wetzlar sich ständig fort und diskutiere Aspekte in Integrationskonferenzen. Die Teilhabe an diesen Diskussionen erfolge durch den Interkulturellen Rat und den Ausländerbeirat.

    Vor der Konferenz und in den Pausen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, den »Markt der Möglichkeiten« zu besuchen, auf dem 18 Organisationen und Vereine ihre Angebote zur Integration vorstellten.

    Der mit 1.500 Euro dotierte Integrationspreis ging je zur Hälfte an den »Frauentreff Nähwelt« der Flüchtlingshilfe Mittelhessen und den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Garbenheim. Der Garbenheimer Arbeitskreis bietet praktische Hilfe, Zuwendung und Freizeitgestaltung für Geflüchtete an, um ihnen das Ankommen in Wetzlar zu erleichtern. Beim „Frauentreff Nähwelt“ lernen geflüchtete Frauen nicht nur das Nähen, sondern erwerben obendrein Sprachkenntnisse und knüpfen soziale Kontakte. Neben einem niedrigen Bildungsniveau und fehlenden Sprachkenntnissen bereiteten familiäre Verpflichtungen und Mutterschaft den Frauen häufig Probleme, berichtete die Projektverantwortliche Gila Gertz.

    Die Laudatio für die Preisträger hielt Ingrid Knell, Vorsitzende des Wetzlarer Interkulturellen Rates (WIR). Der Integrationspreis, der zum dritten Mal verliehen wurde, gilt als Anerkennung für besondere Bemühungen für die Integration.

    Wagner: Stimmungen, die Fragen von Migration mit Ängsten besetzten, beherzt entgegengetreten

    »Wir haben in den Bereichen Migration und Integration viel erreicht, auf das wir nur stolz sein können, weil sich Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gemeinsam dem Thema gestellt haben und aktiv geworden sind«, sagte Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD). Stimmungen, die Fragen von Migration mit Ängsten besetzten, sollte beherzt entgegengetreten und das Gut der Menschenwürde für alle verteidigt werden, appellierte Wagner.

    Die Moderatoren der Konferenz, Beate Schimko, Michael Schott und Kerstin Reitz, stellten als Koordinatoren der Stadtverwaltung das WIR-Programm vor und berichteten über ihre Arbeit im Wetzlarer Integrationsprozess, wenn es um Zusammenarbeit, Teilhabe und Vernetzung geht.

    Ingrid Knell berichtete von der Arbeit des 28-köpfigen Interkulturellen Rates. »Wir haben ein offenes Ohr für die Menschen und versuchen, ihnen durch Vernetzung und Fortbildung einen Weg zur Integration zu öffnen«, sagte Knell. Kadir Terzi, stellvertretender Vorsitzender des Ausländerbeirats, dankte der der Stadt und ihren Bürgern, die sich für die Integration einsetzen.

    Im Anschluss stellten Initiativen und Einrichtungen ihre Angebote vor, die geflüchteten Frauen Perspektiven eröffnen und Berufschancen verbessern sollen. Darunter das Projekt »PerLA – Perspektiven Leben und Arbeit in Wetzlar«, das der Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder im Mehrgenerationenhaus in Dalheim anbietet, das Bildungszentrum Wetzlar der IB Südwest gGmbH mit niederschwelligen Angeboten, die Volkshochschule Wetzlar oder die Handwerkskammer Wiesbaden mit ihrer Initiative »Integration von Geflüchteten ins Handwerk«.

    Aus den Migrationskursen im Schwimmen berichtete Andreas Viertelhausen von der DLRG über Erfolge und Probleme, über die Flüchtlingsarbeit der Türkisch-Islamischen Gemeinde DITIB Wetzlar und das Engagement von Frauen Rabia Özkan.

    Drei Frauen aus Eritrea erzählten in gutem Deutsch, dass sie durch das Caritas-Sprachcafé im Nachbarschaftszentrum Westend auch mit vielen Deutschen in Kontakt gekommen seien. Von »Frauenpower« berichteten Integrationslotsinnen des Freiwilligenzentrums Mittelhessen. (wv)
  • Quelle: WNZ vom 28.09.2018

—› Weitere Informationen zum Integrationspreis und den Vergabekriterien

 
 

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