vom 06.06.2019

Mitgliederversammlung 2019

von WETZLAR ERINNERT e.V. am 6. Juni mit Vereinswahlen durchgeführt. Der Vorstand bisherige wurde bestätigt.

Am Do., den 6. Juni 2019 fand die reguläre Mitgliederversammlung WETZLAR ERINNERT e.V. in Naturfreundehaus Wetzlar statt.

Der nachfolgende Bericht stammt von unserem Fördermitglied Klaus Petri:
Der 2013 von 16 Mitgliedern gegründete Verein WETZLAR ERINNERT e.V.hat es sich zur Aufgabe gestellt das historische Geschehen 1933-45 und die daraus folgenden Lehren lokalgeschichtlich zu dokumentieren und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Zahl der Mitglieder hat sich inzwischen verdreifacht und die entfalteten Aktivitäten sind beachtlich. In einer gut besuchten Mitgliederversammlung im Naturfreundehaus wurde Bilanz gezogen und ein neuer Vorstand gewählt. Detlev Gulde vom Vorstand der Naturfreunde-Ortsgruppe Wetzlar begrüßte die Anwesenden. 

Vereinsvorsitzender Ernst Richter nannte den »Weg der Erinnerung« als Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Seit 2012 haben fast 2.500 Personen diese anschauliche Form von geschichtlicher Spurensuche erlebt: »Einen Engpass gibt es aktuell mit der Zahl der Guides (wir vermeiden hier bewusst das deutsche Wort ›Führer‹). Wir sind vier an der Zahl, machen die Führungen meist zu zweit und wünschen uns weitere Interessierte für unser Team«, appellierte Richter.

Weitere Schwerpunkte sind die Aktualisierung der vor 35 Jahren konzipierten Ausstellungstafeln »Zwangsarbeit in Wetzlar« und die Installierung von Gedenktafeln zu Ereignissen der NS-Zeit an geschichtsträchtigen Orten: »Drei solche Tafeln sind inzwischen installiert, alle sind mit QR-Code versehen, über den man im Netz Hintergrundinformationen recherchieren kann. In den folgenden Monaten werden weitere Tafeln am Taubenstein, am Karl Kellner-Ring und in der Brühlsbachstraße enthüllt, die in Zusammenhang mit Zwangsarbeit bei der Firma Pfeiffer Apparatebau stehen«, informierte der Vereinsvorsitzende.

In einer Rückschau beschäftigte sich die Versammlung mit der Verweigerung der Stadthallennutzung durch die NPD im Frühjahr 2018 und der gelungenen Mobilisierung von 2.500 Menschen für ein »Festival  der Demokratie«. Kritisch kommentiert wurde dabei das Demokratieverständnis der Justiz: »Dass unser Grundgesetz vor allem anderen einen antifaschistischen Auftrag an die Staatsbürger und die politisch Handelnden enthält, hat der Sprecher des BVG schlicht ausgeblendet, wenn er meint, dass sich ›der Fall Wetzlar nicht wiederholen‹ dürfe«.

Bei den alle zwei Jahre anstehenden Vorstandwahlen wurden die amtierenden Vorstandsmitglieder im Wesentlichen bestätigt. Dem wiedergewählten Vorsitzenden Ernst Richter steht Anne Naumann als Stellvertreterin zur Seite. Beatrix Egler führt die Kasse, Irmi Richter ist Schriftführerin und Arne Beppler und Stefan Lerach wurden als Beisitzer bestätigt.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der JHV wurde ein eindrucksvolles halbstündiges Filmdokument gezeigt, das in einem Zusammenhang mit einer Gedenkstättenfahrt des Vereins zum früheren KZ-Außenlager Katzbach in den Adlerwerken steht. Andrea Neischwander führte hierzu kurz ein und schilderte, wie dort am Ende des Krieges mit aus ganz Europa herbeigekarrten Arbeitssklaven zur Rüstungsproduktion herangezogen wurden.

Auf dem Bild von links: Ernst Richter (wiedergewählter Vorsitzender), Beatrix Egler (wiedergewählte Schatzmeisterin), Arne Beppler (wiedergewählter Beisitzer), Irmtrude Richter (neu gewählte Schriftführerin) und Stefan Lerach (neu gewählter Beisitzer). Nicht auf dme Bild: Anne Naumann (wiedergewählter stellv. Vorsitzende).
Foto © Klaus Petri

 
 

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