vom 28.11.2019

Grundschüler machen Politik

Konstituierende Sitzung des Hüttenberger Kinderparlaments. Tom Bernhardt ist neuer Vorsitzender

Von Ann-Kathrin Wächter

HÜTTENBERG . »Es ist gut, dass ihr hier seid, ihr seht Hüttenberg nämlich aus einem anderen Blickwinkel als wir«, begrüßte Johannes Blöcher-Weil (FW), Vorsitzender der Gemeindevertretung, die Mitglieder des Kinderparlaments und eröffnete die konstituierende Sitzung. Alle 20 Parlamentsmitglieder waren an diesem Montagmorgen anwesend und berieten über Möglichkeiten, Hüttenberg kinderfreundlicher zu gestalten.

Zum neuen Vorsitzenden wählten die Abgeordneten der Grundschulen Rechtenbach und Hochelheim den Viertklässler Tom Bernhardt. Und der ist kein Unbekannter: 2018/19 war er Stellvertreter des damaligen Vorsitzenden Moritz Happe. Als Bernhardts Stellvertreter wurden Ole Simon und Julian Propadalo bestimmt.

Der elfjährige Tom Bernhardt übernahm anschließend die weitere Leitung der Sitzung, die sich vor allem um das Thema Hallenbad drehte. Mehrere Schüler der Grundschule Hochelheim hatten in ihren Anträgen gegen einen Abriss des sanierungsbedürftigen Gebäudes protestiert. »Wir planen gerade einen Neubau des Schwimmbads. Solange der aber noch nicht steht, wird euer Hallenbad nicht abgerissen«, versicherte Bürgermeister Christof Heller (CDU).

Breit diskutiert wurde auch die Gefahr durch zu schnell fahrende Autos. Den Antrag des Vorsitzenden Tom Bernhardt auf die Errichtung von Blitzern in 30er-Zonen lehnte Bürgermeister Heller allerdings ab: »Wir arbeiten dort bereits mit dem Viasis-System, das die Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Autos misst. Wenn ihr mir sagt, an welchen Stellen die Leute eurer Meinung nach zu schnell sind, werden wir die Daten dort regelmäßig auswerten. Dann wissen wir, wie schnell durchschnittlich gefahren wird und was man tun kann.«

Auch dem Wunsch nach Fahrradstreifen innerhalb der Gemeinde konnte Bürgermeister Heller nicht entsprechen: »Die Ortsdurchfahrt hier in Rechtenbach ist zu schmal, um zusätzlich Fahrradstreifen einzuplanen. Aber in den verschiedenen Ortsteilen wird gerade überlegt, wie an welchen Stellen man das umsetzen kann.«

Besonders kritisch sahen die Jungparlamentarier die starke Müllverschmutzung in der Gemeinde. »Auf meinem Schulweg liegen überall leere Zigarettenschachteln, obwohl alle paar Meter ein Mülleimer aufgestellt ist«, berichtete Tom Bernhardt. Auch die Parlamentsmitglieder Manuel Zörb und Philipp del Mestre bestätigen, dass das Problem vor allem im Bushaltestellenbereich überhandnehme. »Die Leute werfen alles einfach auf den Boden, obwohl direkt daneben ein Mülleimer steht. Das ist wirklich eklig«, erzählte del Mestre.

Ob mehr Mülleimer an dem Problem etwas ändern würden, wagte der Bürgermeister zu bezweifeln: »Glaubt ihr, dass die Menschen dann wirklich anders handeln?«. Mit einem kollektiven »Nein« beantworteten die Grundschüler seine Frage und lehnten den Antrag auf weitere Mülleimer einstimmig ab. Um dennoch ein Zeichen zu setzen, lädt Blöcher-Weil, der auch Ortsvorsteher von Hüttenberg ist, zum gemeinsamen Müllsammeln ein: »Das findet einmal im Jahr statt und ist zwar nur symbolisch, aber immerhin könnt ihr dann ein Zeichen setzen.«

Nur ein Antrag wurde nicht abgelehnt: Eine Schülerin bat um die Errichtung einer Seilbahn auf dem Spielplatz in der Donaustraße. Manuel Zörb erklärte, diesen im Arbeitskreis Spielplatz einzubringen. Dort soll über die Anschaffung des neuen Geräts entschieden werden.

 
 

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