vom 22.10.2019

Deutscher Mieterbund

Debakel für Buderus-Mieter verhindern

Im Rahmen unserer satzungsgemäßen Aufgaben für die Verbesserung der Wohnverhältnisse, das Eintreten für gemeinnützigen Wohnungsbau und die Bekämpfung von Mietwucher sowie die Sicherung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums, sehen wir die Verpflichtung, dem gegründeten Bündnis beizutreten und wohnungs- und sozialpolitisch zu unterstützen.

In Wetzlar besteht eine starke Nachfrage hinsichtlich günstigen und bezahlbaren Wohnraums. Durch die weiter schrittweise auslaufenden Bindungen für Sozialwohnungen in Stadtquartieren und fehlenden Neubauten, spitzt sich die Sicherung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Wetzlar weiter massiv zu. Soweit die Bosch GmbH die über 1.000 Wohnungen der Buderus Immobilien GmbH meistbietend auf dem freien Wohnungsmarkt verkauft, drohen zukünftig gravierende Nachteile für die Mieter, nicht nur verbunden mit möglichen Mieterhöhungen von 20 bis 30 Prozent. Bei der Umwandlung der Immobilien in Wohnungseigentum könnten die Mietverträge dann sogar gekündigt werden, wenn zukünftige Eigentümer Eigenbedarf anmelden. In Wetzlar sind von insgesamt 25.000 Wohnungen nur noch knapp 1.000 Wohnungen (4 Prozent) in einer Sozialbindung.

Es geht uns hiernach in erster Linie um den Erhalt der 1.000 Wohnungen im Rahmen bezahlbaren Wohnraums. Hierzu ist es erforderlich, dass der Wohnungsbestand kommunal bzw. gemeinnützig veräußert und weitervermietet wird. In Wetzlar sind lediglich 29 Prozent des Wohnungsbestandes im Besitz der Wohnungsbaugesellschaften, sodass durch den Erwerb der Buderus-Wohnungen der Bestand aufgestockt werden kann. Der Erwerb der Wohnungen interkommunal unter Beteiligung der Landkreise erscheint ebenfalls sinnvoll und erfolgversprechend.

Es gilt, Situationen abzuwenden, wie sie bereits in anderen Städten und Gemeinden eingetreten sind. Werkswohnungen wurden auf dem freien Wohnungsmarkt gegenüber Großvermietern verhökert. Sodann hagelte es Mieterhöhungen, denen die Mieter nur mit eigenen Kündigungen des Mietvertrages entfliehen konnten. Die Ängste der hier betroffenen Mieter sind sehr ernst zu nehmen. Letztlich sollte es nicht so weit kommen, dass im Rahmen der Gefahrenabwehr der Gesetzgeber eingreifen muss, um Miethöchstgrenzen festzusetzen, damit auf diesem Wege gesellschaftliche Konflikte und Auseinandersetzungen abgewendet werden müssen.

Willibald Schlagbaum
Vorsitzender des Mieterbundes Wetzlar und Lahn-Dill-Kreis

 
 

Nach oben