Gedenktafeln zu Zwangsarbeiterlagern

 

Ukrainische Zwangsarbeiterinnen bei der Fa. Leitz GmbH. Sie mussten das »OST« für Ostarbeiterinnen auf ihre Kleider nähen.
Bild © Historisches Archiv Wetzlar (Zuschnitt)

 

Verschleppt • Entrechtet • Ausgebeutet – Das System der Zwangsarbeit im NS-Staat

Ein Einblick in die Arbeits- und

Lebensbedingungen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während der NS-Zeit. Den Begriff Zwangsarbeit haben die Nazis nie benutzt. Es war ein Beschäftigungssystem zur Sicherstellung der Kriegswirtschaft, nach dem die deutschen Männer aufgrund deren Einberufung zur Wehrmacht größtenteils dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung standen.

 

Nachfolgend finden Sie

Detailinformationen zum System der Zwangsarbeit während der NS-Kriegswirtschaft und dessen Ausmaß in Wetzlar. Klicken Sie hierzu auf das von Ihnen gewünschte Thema zur Öffnung der Detailinformation. Danach finden Sie eine Übersicht zu den Unterstützern dieser Gedenktafeln und deren Statements, warum sie dieses Projekt unterstützen. Später kommen noch Unterseiten zu einzelnen Zwangsarbeiterlagern in Wetzlar hinzu.

 

Aufgrund der allgemeinen Mobilmachung befanden sich viele Männer im Kriegseinsatz. Zwangsarbeit war deshalb das wichtigste wirtschaftspolitische Mittel, um die industrielle Leistungsfähigkeit Deutschlands aufrechtzuerhalten.

Zwangsrekrutierung
Da freiwillige Anwerbung nicht ausreichte, wurden einzelne Männer und Frauen, aber auch ganze Familien und Dörfer durch die deutschen Besatzer verschleppt.

Arbeit als Beute
Von der Zwangsarbeit profitierte das Reich u.a. durch erhöhte Steuereinnahmen in Form der »Ausländerabgabe« und der »Verleihgebühr«. Die Verteilung der Menschen im Reichsgebiet wurde von den Arbeitsämtern koordiniert.

Arbeiter ist nicht gleich Arbeiter
Zwangsarbeiter aus Westeuropa erhielten eine leichtere Arbeit und bessere Verpflegung als »Ostarbeiter«. So kam bei der Behandlung die NS-Rassenlehre deutlich zum Ausdruck.

 
 

Frauen aus den besetzen Teilen der Sowjetunion auf dem Weg in ein Barackenlager der Fa. Leitz GmbH auf der Lahninsel.

 
 
 
 

Unter den KZ-Häftlingen waren auch Deutsche, die seit 1933 als politische Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten.

 

12 Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter: Das sind die heutigen Einwohnerinnen und Einwohner der zwölf größten Städte Deutschlands. In ihnen leben rund 12 Millionen Menschen.

 
 

Zwölf Millionen Menschen leisteten Zwangsarbeit.

Auf dem Höhepunkt des »Ausländereinsatzes« im August 1944 arbeiteten sechs Millionen zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Deutschen Reich, die meisten davon aus Polen und der Sowjetunion. Über ein Drittel waren Frauen, von denen manche gemeinsam mit ihren Kindern verschleppt wurden oder diese in den Lagern zur Welt brachten. Außerdem mussten 1944 fast zwei Millionen Kriegsgefangene in der deutschen Wirtschaft arbeiten. Ab 1943 griff die deutsche Industrie immer stärker auch auf Konzentrationslager-Häftlinge zu. In der Zeit des 2. Weltkrieges waren hiervon rund 12 Mio. Menschen betroffen.

Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft
Alle überfallenen Länder wurden als Arbeitskräftereservoir für Deutschland genutzt. Anfängliche Anwerbungsversuche hatten geringen Erfolg; nach Tschechien und Polen wurden ab 1940 auch aus Westeuropa immer mehr Männer und Frauen – zum Teil in kompletten Jahrgängen – dienstverpflichtet. Die große Wende brachte aber das Jahr 1942, als das Deutsche Reich nach dem Scheitern der "Blitzkrieg"-Strategie auf die Kriegswirtschaft des "totalen Kriegs" umstellte.

Dies war angesichts der Einberufung fast aller deutschen Männer nur mit der massenhaften Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte durchzuführen. Sie bildeten mehr als ein Viertel, in manchen Werksabteilungen bis zu 60 Prozent der Belegschaft. Nur mit ihnen wurde die Versorgung der Bevölkerung und die von Albert Speer als dem zuständigen Minister organisierte Rüstungsproduktion aufrechterhalten.

Großunternehmen wie auch kleine Handwerksbetriebe, Kommunen und Behörden, aber auch Bauern und private Haushalte forderten immer mehr ausländische Arbeitskräfte an und waren so mitverantwortlich für das System der Zwangsarbeit. Die Industrie profitierte von der dadurch möglichen starken Ausweitung der Produktion.

(Quelle: EVZ-Stiftung)

 
 
 
 

Unter Zwangsarbeit versteht man insbesondere die Verschleppung und Ausbeutung von über 13 Millionen ausländischer KZ-Häftlinge, Kriegsgefangenen und »zivilen« Arbeitskräften in Deutschland. Zwangsarbeit gab es auch in Ghettos, »Arbeitserziehungslagern« und anderen Lagern im besetzten Europa und betraf etwa 20 Mio. Menschen. Deutsche Jüdinnen und Juden und deutsche Häftlinge leisteten ebenfalls Zwangsarbeit. In vielen besetzten Ländern gab es einen allgemeinen Arbeitszwang für die Zivilbevölkerung. Außerdem im Deutschen Reich den Reichsarbeitsdienst, Dienstverpflichtungen, Landjahre etc.

Fremdarbeiter
Umgangssprachliche Bezeichnung für »zivile« Zwangsarbeiter im NS. Der Begriff »Fremdarbeiter« verschleiert den Zwang als Grundlage des Arbeitseinsatzes. Selbst die ursprünglich freiwillig, d. h. oftmals aus wirtschaftlicher Not nach Deutschland gekommenen »Fremdarbeiter« wurden später zwangsverpflichtet.

Fremdvölkische
NS-Bezeichnung für Menschen, die als nicht »germanischer Abstammung« und nicht zur »Volksgemeinschaft« zählend galten. D.h.:, die nicht aus »germanischen« Ländern wie den Niederlanden oder Skandinavien kamen. Als »rassisch minderwertig« wurden insbesondere Slawinnen und Slawen, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie Farbige angesehen. Auch dann, wenn sie Deutsche waren.

 

 

 
 

Ostarbeiter
NS-Bezeichnung für Zivilarbeiter aus den ab 1941 besetzten Gebieten der Sowjetunion. Die »Ostarbeiterinnen« und »Ostarbeiter« mussten ein »OST«-Abzeichen tragen, wurden meistens in besonderen Lagern untergebracht und weitaus schlechter behandelt, als Menschen aus anderen Ländern. Menschen aus Polen zählten zwar nicht zu den »Ostarbeitern«, wurden aber auch besonders schlecht behandelt.

 
 
 
 

1944: Jeder Dritte in Wetzlar ein Zwangsarbeiter

Während des Zweiten Weltkrieges prägten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter überall das Erscheinungsbild in Wetzlar. Die Meldungen über den Umfang von im Altkreis Wetzlar beschäftigten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern schwankte in den letzten Kriegsjahren zwischen

8.000 und 10.000 Menschen.

Laut einer Meldung des Landrates an die »Geheime Staatspolizei« vom 25.11.1944 waren

  • 9.575 Ausländer im Altkreis Wetzlar im Landkreis registriert (Siehe Ablichtung der Meldung an die »Geheime Staatspolizei«. Hierbei nicht mitgezählt sind Kriegsgefangene).

    Von diesen mussten
  • 5.101 Menschen in Barackenlagern in Wetzlar hausen.

    Hierunter waren
  • 3.299 Männer
  • 1.710 Frauen
  •      92 Kinder

    Weitere
  • 1.764 Menschen lebten im Altkreis Wetzlar in Lagern bei den dortigen Unternehmen.

    Die restlichen
  • 2.710 Menschen arbeiteten in Kleinunternehmen.
    Beispielsweise in Hotels, im Handwerk, in der öffentlichen Verwaltung sowie auf Bauernhöfen und ersetzten dort die an die Front einberufenen deutschen Fachkräfte. Sie wohnten teilweise in den dortigen Häusern oder in Ställen der Bauernhöfe.

Links: Die Meldung des Wetzlarer Landratsamtes an die Geheime Staatspolizei vom 25.11.1944 über die Anzahl von Fremdarbeitern.
Quelle: Historisches Archiv Wetzlar

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Prägend für das Stadtbild in Wetzlar wurden ab 1940 die Zwangsarbeiterlager. Die aufgestellten Holzbaracken entsprachen in der Regel zumeist den auch in den Konzentrationslagern aufgestellten Behausungen.

Für die Bewachung war der Werkschutz des jeweiligen Unternehmens verantwortlich. Für ihren Arbeitseinsatz wurden die Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter von bewaffneten Wachmannschaften eskortiert. Gearbeitet wurde in der Regel in 12-Stunden-Schichten.

Die mit Stroh ausgelegten Doppelstockbetten wurden oftmals von zwei Menschen aus unterschiedlichen Schichten nacheinander zum Schlafen belegt.

Eine Privatsphäre gab es für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nicht.

Bild links: Aufbau eines der beiden Leitzlager, die sich auf dem gesamten Gebiet des heutigen Stadions auf der Lahninsel erstreckten.

 
 
 
 

Strenge Überwachung durch Betriebsanleitung und Werkspolizei und harte Bestrafung bei so genannten Arbeitsvergehen kennzeichneten den Alltag in den Betrieben je länger der prophezeite Sieg auf sich warten ließ, um so mehr Opfer wurden erzwungen und umso mehr Menschen wurden Opfer von Unterdrückung, Terror und schrankenloser Ausbeutung.

»Arbeitsbummelei« wurde immer strenger bestraft. »Wirkliche Arbeitsbummelanten müssen vom Arbeitsplatz weg verhaftet werden um damit ein abschreckendes Beispiel zu statuieren« (Schreiben der Rüstungsinspektion XII an die Betriebe).

Im Jahre 1942 erging vom Rüstungskommando Gießen eine Anordnung an die Betriebe, Arrestzellen einzurichten. In diesen Zellen warteten fortan verhaftete deutsche Arbeiter auf ihren Abtransport durch die Gestapo. Häufiger allerdings dienten Zellen zur Bestrafung der ausländischen Zwangsarbeiter.

Die innerbetrieblichen Strafen gingen von Verwarnungen für »einmalige Unpünktlichkeit« bis zu Geldbußen in Höhe eines Wochenverdienstes für »Widersetzungen«. Bei den Ostarbeiten zusätzlich erlaubt waren:

Ordnungsverfügungen

  • Zuteilung zum Straftrupp
  • Essensentzug
  • Arrest bis zu drei Tagen

Daneben kam es fast täglich zu Misshandlungen durch Polizei und Betriebsleitung.

  • ZITAT:
    »Einige Tage später wurde ich in die Fabrikdirektion gerufen der Direktor begrüßt mich knurrend:
    »Was hast du da wieder angestellt? Sprich!«
    Ich hatte keine Ahnung, worum es geht. »Ich habe nichts Schlechtes getan, erklärte ich.
    »Du befasst dich mit Schwarzhandel!« brüllte er, mit der Faust auf den Tisch schlagend »Vielleicht sind das eure lausigen politischen Kontakte? Du Schwein!«
    »Ich habe keinerlei Kontakte.«
    »Und wer hat Vasil einen Pullover versprochen? Bei wem wolltest du ihn einkaufen?«
    Es hagelte ordinäre Schimpfwörter. Der Direktor sprang auf mich zu und versetzte mir mit Übung einen kräftigen Schlag auf die Nase. Ich schwanke und bekam neue Schläger auf das Kinn und den linken Kiefer. Ich fiel zu Boden. Blut strömte aus der aufgeschlagenen Nase.
    »Du Schweinehund! Du wirst für alles bezahlen«, ereiferte er sich. »Bis zum Kriegsende wirst du zahlen. Es sei denn, du verreckst.«

Quelle: Auszug aus dem Buch »Und Ihr werdet doch verlieren!« von Tomasz Kiryllow.


 
 
 

Schreiben des Rüstungskommandos Gießen               Gießen, den 26.5.1943

Az.: 65f18 (Ky/Fr.UAbtl.IcBr.B.Nr. 987/43 –o–
Bez.: OKW W Stb.(Inl) 4 Abtl. I d Nr. 5429 v. 22.4.1943

Betr.: Werkschutz

Rundschreiben Nummer 67/43

An alle W.-Betriebe Wehrmacht und Wirtschaft mit Hilfswerksschutz und Werkschutz, einschließlich Landwirtschaftsbetriebe

Gemäß der o.a. Anordnung des OKW ist nachstehendes seitens des R.d.I an. Ob.d.L. an die Luftwaffenindustrie gegenüber Wehrwirtschaftsbetriebe auszudehnen. Sie enthält Auszüge aus den schon bestehenden Richtlinien für Werkschutz die bei der heutigen Überfremdung der Betriebe erhöhte Bedeutung haben.

Der immer stärker werdende Einsatz von ausländischen Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen in der Luftwaffen-Industrie erfordert zwingend, der Sicherung der Betriebe höchste Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Es mehren sich in letzter Zeit Fälle von Widersetzungen, die sogar wiederholt in Tätigkeiten ausarteten. Dagegen muss sofort schärfsten eingeschritten werden.

Der hauptamtliche und ehrenamtliche Werkschutz haben die Pflicht, mit allen Mitteln Ruhe und Ordnung in den Betrieben sicherzustellen. Disziplin Widrigkeiten gleich welcher Art sind sofort den Werkschutzleiter zu melden und von ihm mit allen zu Gebote stehenden Mitteln schärfstens zu unterdrücken. Verstöße, die innerhalb des Betriebes nicht geahndet werden können, sind umgehend der Abwehrstelle und der Gestapo zu melden (Durchschlag der Meldung an RLM GL/A-W Wi 3) über Gruppe Luftwaffe des zuständigen Rüstungskommandos.

Es ist Sorge zu tragen, dass Bestrafungen umgehend erfolgen und im Betrieb bekannt gemacht werden. In schweren Fällen sind widersetzliche Arbeitskräfte unverzüglich – gegebenenfalls vom Arbeitsplatz weg – festzunehmen und bis zur Übernahme durch die Gestapo in Gewahrsam zu halten. Auf besonders harte Bestrafung der Rädelsführer ist hinzu wirken.

Gegen deutsche Gefolgschaftsmitglieder, die mit ausländischen Unruhestifter  sympathisieren, ist einzuschreiten und das Eingreifen der genannten Dienststellen umgehend zu veranlassen.

In Spannungszeiten dürfen Vorgesetzte und deutsche Aufsichtspersonen keinesfalls Zeichen von Schwäche oder falscher Rücksichtnahme zeigen. Unterlassungen nach dieser Richtung können unübersehbare Folgen nach sich ziehen.

Ferner ist dafür Sorge zu tragen, dass eine ausreichende Zahl besonders zuverlässiger Werkschutz Leute zu Hilfspolizei Beamten bestellt wird.

Diese Angehörigen des Werkschutzes haben die Armbinde »Hilfspolizei« zu tragen.

Der Betriebsführer hat den Werkschutz entsprechend anzuweisen; er ist für die strikte Durchführung der oben genannten Richtlinien verantwortlich.

Der Rüstungskommandeur Gießen

Gez. Schreiber
Oberstleutnant

F.d.R.

Gießen, den 26.5.1943
(Koldewey)
Hauptmann

Quelle: IG Metall-Ausstellung zur Zwangsarbeit in Wetzlar (1986)
Links: Meldung der Fa. Pfeiffer an die Polizei bezüglich geflohener Belgier am 22.03.1943

 
 
 
 

Tabellarische Übersicht der Bestrafung von Zwangsarbeitern bei der Fa. Hensoldt (Auszug):

Nr.

Datum

Name

Grund

Strafen

74

22.02.44

Stoljarowa
(Ostarbeiterin)

lt. Mitteilung der Gestapo wegen Vergehen gegen die Arbeitsdisziplin

Moser, 1 Tagesverdienst, Steinbeck z.Z. H.H. abgezeichnet

75

19.02.44

Guillot
(franz. Zivilarbeiterin)

9 Tage unerlaubt d. Arbeitsplatz ferngeblieben

Moser, zuschlagfreie Mehrarbeit u. 5,- RM Strafe H.H. und Steinbeck zur Kenntnis

76

18.02.44

Broillard
(franz. Ziv.Arb)

Verstoß gegen Lagerdisziplin

20,- RM Strafe im Wiederholungsfalle Meldung an Gestapo

77

18.02.44

Taubaty
(franz. Ziv.Arb)

wie vor

wie vor

78

16.04.44

Paraway,
Arutjan
(Ostarbeiterinnen)

ohne Erlaubnis Lager verlassen u. sich in's Franzosenlager begeben

H.H. Von uns mit 3 Tagen Arrest u. Entzug der warmen Mahlzeit bestraft. Meldung an Gestapo

84

25.01.44

Koljasa,
Aksjonowa
(Ostarbeiterinnen)

Meldung v. 24.1.44

Arrest bis Mo. früh, Gestapo gemeldet

85

24.01.44

wie vor

wie vor

Adam, nach Anordnung Steinbecks eingesperrt

86

15.01.44

Tretjakowa, Tinheikina (Ostarbeiterinnen)

Lager unbefugt verlassen

Moser, 8 Wochen Ausgangssperre, 2 Sonntage Schw. Arbeit

86

15.01.44

Russin Nr. 346

versucht Spiritus zu stehlen

wie vor

90

06.11.43

Kuschpiz (Ostarbeiterinnen)

Lager widerrechtlich verlassen

Moser, wie vor

104

10.11.43

Kundobina, Korenjewa (Ostarbeiterinnen)

wie vor

wie vor

106

10.11.43

Poschilowa (Ostarbeiterin)

wie vor

wie vor

110

19.10.43

Debross
(franz. Ziv.Arb)

Über den Lagerzaun gestiegen

Auf Anordnung d. HH m.20 Hieben bestraft

52

20.04.44

Marchal,
(franz. Zivilarbeiter)

Streit mit Kameraden, Störung des Arbeitsfriedens

H.H. 5,-- RM Strafe, im Wiederholungsfall schärfste Mittel Steinbeck z.K.

53

20.04.44

Poincelot
(franz. Zivilarbeiter)

wie vor

wie vor

54

20.04.44

Beaud 
(franz. Zivilarbeiter)

Baracke ohne Genehmigung verlassen

H.H. 10,- RM Strafe, im Wiederholungsfall schärfste Mittel Steinbeck z.K.

55

20.04.44

Gazoni
(franz. Zivilarbeiter)

wie vor

H.H. wie vor

56

20.04.44

Duchesne 
(franz. Zivilarbeiter)

unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben

H.H. Wochenverdienststrafe, wenn noch einmal Verstoß gegen Arbeitsdisziplin Meldung an Gestapo

57

23.03.44

Bastien
(franz. Zivilarbeiter)

wie vor

HH. wie vor

58

23.03.44

Gazoni
(franz. Zivilarbeiter)

wie vor

H.H. wie vor

65

22.02.44

Mischkur,
(Ostarbeiterin)

Diebstahl von Spiritus

Moser, 3 Tage Arrest bei Wasser und Brot und 4 Wochen Ausgehverbot. Steinbeck z.K.

67

25.02.44

Kruisjuk, Besnnosjuk (Ostarbeiterin)

Aufgrund einer Meldung

Moser, je 4 Wochen Ausgehverbot. Steinbeck z.K.

68

25.02.44

Konjawew, sowie 2 weitere Ostarbeiterinnen

Aufgrund einer Meldung

Moser, Ausgehverbot v. 8 Wochen, 16-stündige Arbeitszeit bis 3 Tage aufgehoben. Die beiden Ostarbeiterinnen nach Rücksprache mit H.H. abgezeichnet 23.2.44.Steinbeck z.K.

69

25.02.44

Pschorilsow,
Katelnikow
(Ostarbeiter)

Wegen Verabreichung von Brot u. Wasser an in Arrest mitsitzende Ostarbeiter

Moser, 4 Wochen Ausgehverbot. Steinbeck z.K. H.H. abgezeichnet.

1

05.03.45

Moakewitschuk,
Drabatz
(Ostarbeiterinnen)

ab 4.3.45 nicht mehr im Lager erschienen

Adam, zur Kenntnis an Steinbeck und Moser

4

22.01.44

Olivieno,
Balanger,
Dombardi
(franz. Zivilarbeiter)

seit einigen Tagen nicht mehr zur Arbeit erschienen

Adam

5

23.01.45

Fishetin
(franz. Zivilarbeiter)

einige Tage beurlaubt, dann nicht mehr zur Arbeit erschienen

Adam, scharfe Bestrafung gefordert

6

15.01.45

Kuljkina
(Ostarbeiterin)

Arbeitsplatz in Waldgirmes nicht aufgetaucht

Adam

61

17.03.44

Lab
(franz. Zivilarbeiter)

angeblich selbst hervorgerufene Krankheitserscheinung

H.H, Steinbeck zur Kenntnis

62

17.03.44

De Brosse
(franz. Zivilarbeiter)

wie vor

H.H erbittet Ergreifung schärfster Maßnahmen

259

10.08.42 Ziff. 6

Bekanntmachung an Ostarbeiterinnen

bei Disziplinlosigkeit und schlechtem Verhalten

Moser, Arrest, Entzug der warmen Verpflegung und Meldung an Gestapo gedroht

262

06.08.42

Aktennotiz (vertraulich)

Die Anweisungen der Gestapo wurden den  Teilnehmern durch Dr. Steinbeck bekanntgegeben (Unterschrift Moser)

265

05.08.42

Reijuk, Pawljuk (Sotarbeiterinnen)

aus Lager entwichen

Dr. Steinbeck gezeichnet

 

 

Betreffend Ausländer

284

 

Die Strafgewalt wird vom politischen Abwehrbeauftragten ausgeübt

295

22.05.42

Für je 100 Mann muss eine Strafzelle vorhanden sein. Durch H. Hensoldt bekannt gegeben.

 Quelle: IG Metall-Ausstellung zur Zwangsarbeit in Wetzlar (1986)

 
 

Zeitraum

Bruttolohn eines vergleichbaren deutschen Arbeiters

Entgelt des Ostarbeiters

Insgesamt

Abzüge für Unterkunft und Verpflegung

Auszuzahlender Betrag

Ostarbeiter-abgabe

1 Tag

bis 1,40

RM

1,60

RM

1,50

RM

0,10

RM

 

2,00

-

2,15

RM

1,85

RM

1,50

RM

0,35

RM

0,20

RM

4,10

-

4,25

RM

2,55

RM

1,50

RM

1,05

RM

1,60

RM

10,00

-

10,25

RM

3,90

RM

1,50

RM

2,40

RM

6,04

RM

1 Woche

10,15

-

10,50

RM

11,55

RM

10,50

RM

1,05

RM

 

40,60

-

42,00

RM

21,00

RM

10,50

RM

10,50

RM

19,95

RM

80,50

-

82,25

RM

29,40

RM

10,50

RM

18,90

RM

50,75

RM

1 Monat

48,00

-

51,00

RM

51,00

RM

45,00

RM

6,00

RM

 

150,00

-

156,00

RM

84,00

RM

45,00

RM

39,00

RM

67,50

RM

204,00

-

210,00

RM

97,50

RM

45,00

RM

52,50

RM

108,00

RM

360,00

-

367,50

RM

129,00

RM

45,00

RM

84,00

RM

229,50

RM

 Quelle: IG Metall-Ausstellung zur Zwangsarbeit in Wetzlar 1986

 
 

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