Ehrenamtliches Engagement im Freibad Domblick,
Ehrenamtliches Engagement im Freibad Domblick,
  • Ehrenamtliches Engagement im Freibad Domblick,
  • Team der Streetworker
  • Gefördert durch »Demokratie leben!«
 
vom 17.03.2018

Wetzlar: Streetworker-Projekt geht weiter

Das Freiwilligenzentrum Mittelhessen übernimmt Trägerschaft des Streetworker-Projekts. Damit kann die Forbildung neuer Ehrneamtlicher aus dem Programm »Demokratie leben!“ gefördert werden.

Das Streetworker-Projekt setzt mit ehrenamtlichen Nachwuchs seine Arbeit fort.

Das Seit 1996 kennen die Besucherinnen und Besucher des Wetzlarer Freibads Domblick die Streetworker. Ab der neuen Saison können sich die Jugendlichen unter dem Dach des Freiwilligenzentrums Mittelhessen engagieren. »Damit hat das Projekt eine neue Trägerschaft«, erklärte die Leiterin des Freiwilligenzentrums, Karin Buchner, und das Koordinationsteam der Streetworker bekannt. Zum Team gehören Lilith Görtz, Christina Sperling, Martin Haas und Navid Sheikh-Mouchegani (siehe auch Bild).

Als in den 90er Jahren Konflikte unter jungen Badegästen zum öffentlichen Thema in Wetzlar wurden, kam der Ruf nach einem Sicherheitsdienst schnell auf. Der Stadtjugendring suchte eine Alternative und entwickelte gemeinsam mit dem damaligen Diakon Harald Würges die Idee der »Streetworker«. Würges nahm das Projekt unter die Fittiche der evangelischen Kirchengemeinde Niedergirmes und betreute bis zu seiner Erkrankung 2016 zwanzig Jahre lang das Team der Streetworker.

Auf der Suche nach einem neuen Träger brachte Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) das Freiwilligenzentrum ins Gespräch und dessen Vorstand war von dieser Idee begeisteret. »Das Streetworker-Projekt passt genau in unsere Strategie, denn wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, besonders auch junge Menschen an Engagement heranzuführen«, sagte Karin Buchner. »Uns begeistert, mit welchem Herzblut die jungen Menschen das Projekt selbst organisieren und sich Jahr für Jahr wieder neu zusammenfinden«.

Neben den Vorbereitungsschulungen für das neue Team, besucht die Gruppe im Frühjahr eine gemeinsame Wochenendschulung im Hackhäuser Hof, der evangelischen Jugendbildungsstätte in Solingen. Die rund 20 Schüler, Studenten, Auszubildenden und Beschäftigten trainieren Streitschlichtung und Konfliktprävention.

Jeweils in den Sommerferien bilden sie Teams von sechs Personen, die im Freibad Domblick Dienst tun. Sie bauen einen Stand auf und sind an ihren T-Shirts erkennbar.

Teams sind in den Sommerferien unter anderem als Streitschlichter im Freibad Domblick aktiv

»Bei unseren Teams achten wir darauf, dass wir gemischt-geschlechtlich und auch gemischt-ethnisch auftreten«, betont Christina Sperling.

Die Streetworker wissen, dass unter jungen Freibadbesuchern schnell Langeweile auftreten kann, und dann ist die Schwelle für Streitereien niedrig. Deshalb hat das Projekt Spiel- und Sportgeräte angeschafft, die es an Badegäste verleiht.

Dass jedes Jahr die genügende Anzahl von Ehrenamtlichen zusammenkommt, dafür sorgt nach Angaben von Martin Haas die »Mund zu Mund«-Propaganda. Christina Sperling hatte schon Erfahrungen als Streitschlichterin an der Lahntal-Schule gesammelt, bevor sie zum Streetworker-Projekt stieß.

Derzeit sind noch Plätze frei. Interessenten können sich an das Koordinationsteam oder an das Freiwilligenzentrum Mittelhessen wenden.

Dass ihre Arbeit geschätzt wird, haben die Streitschlichter schon mehrfach erfahren. Nicht nur, dass der Oberbürgermeister zur Saisoneröffnung zu den jungen Leuten kommt.

Auf Spenden angewiesen:
Im Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001 belegten die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus Wetzlar den ersten Platz beim Heinz-Westphal-Preis, den das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verlieh. 2014 wurden sie mit dem Jugendpreis Minneburg der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr konnten Senem Engin und Frieder Rinsland vom Erlös des Wetzlarer Brückenlaufs einen Scheck über 2.520,– Euro entgegennehmen.

Nicht nur öffentliche Fördergelder, sondern auch Spenden sind notwendig, um den Dienst der Streetworker dauerhaft zu erhalten. Deshalb hat sie sich bei der Unternehmerkonferenz am Freitag, 16. März im Wetzlarer Rathaus ebenfalls vorgestellt.

 
 

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