Haus des Bergarbeiterverbandes Herborn
Haus des Bergarbeiterverbandes Herborn
vom 29.04.2018

Weg der Erinnerung - öffentliche Führung, 29.04.2018, Beginn 14:00 Uhr

Die Besetzung der Gewerkschaftshäuser erfolgte am 2. Mai 1933. Damit die Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nazis. Der Weg der Erinnerung erinnert u.a. an dieses Ereignis vor 85 Jahren.

In der Verfassung der Weimarer Republik wurde der 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag erklärt und damit eine lang ersehnte Forderung der Arbeiterbewegung erfüllt. Ein Ausführungsgesetz hierzu gab es nie. Erst Adolf Hitler erklärte den 1. Mai als »nationalen Tag der Arbeit« zum Arbeitsfreien Tag. Ein Tag danach wurden reichsweit die Gewerkschaftshäuser besetzt, die Gewerkschaftsfunktionäre verhaftet und das Vermögen der freien Gewerkschaften beschlagnahmt.

Am 16. April erklärte Adolf Hitler den 1. Mai zum Feiertag. Die Gewerkschaftsvorstände begrüßten die Feiertagsankündigungen. Am 19. April folgte ein Aufruf des Bundesausschusses an die Gewerkschaftsmitglieder, »im vollen Bewusstsein ihrer Pionierdienste für den Maigedanken, für die Ehrung der schaffenden Arbeit und für die gleichberechtigte Eingliederung der Arbeiterschaft in den Staat sich allerorts an der von der Regierung veranlassten Feier zu beteiligen«. Die Gewerkschaften riefen ihre (zum Großteil skeptischen) Mitglieder auf, sich an den Kundgebungen der NSDAP zu beteiligen.

Am 2. Mai 1933 wurden in den frühen Morgenstunden im gesamten Deutschen Reich die Gewerkschaftshäuser besetzt und die führenden Gewerkschaftsfunktionäre verhaftet. Das Vermögen der freien Gewerkschaften wurde beschlagnahmt. Die zwischenzeitlich gleichgeschaltete Presse unterstellte den Funktionären eine missbräuchliche Verwendung der Gewerkschaftsbeiträge.

Doch schon am 17. April 1933 notierte Goebbels in sein Tagebuch: »Den 1. Mai werden wir zu einer grandiosen Demonstration deutschen Volkswillens gestalten. Am 2. Mai werden dann die Gewerkschaftshäuser besetzt. Gleichschaltung auch auf diesem Gebiet. Es wird vielleicht ein paar Tage Krach geben, aber dann gehören sie uns. Man darf hier keine Rücksicht kennen. Wir tun dem Arbeiter nur einen Dienst, wenn wir ihn von der parasitären Führung befreien, die ihm bisher das Leben sauer gemacht hat. Sind die Gewerkschaften in unserer Hand, dann werden sich auch die anderen Parteien und Organisationen nicht mehr lange halten können. (…) Ein Zurück gibt es nicht mehr. Man muss den Dingen nur ihren Lauf lassen.«

Auf dem »Weg der Erinnerung« werden die Ereignisse um den 1. Mai auf Wetzlar heruntergebrochen und die Frage aufgeworfen, wieso die Gleichschaltung der gesamten deutschen zu einer faschistischen Gesellschaft so reibungslos in wenigen Monaten stattfinden konnte.  

Wir wollen diese Ereignisse zum Anlass nehmen, um erneut eine öffentliche Führung des »Weg der Erinnerung« durchzuführen. Der 29. April ist ein Sonntag, die dreistündige Führung beginnt um 14:00 Uhr im Kulturzentrum Franzis mit einem Einführungsvortrag.

Der Teilnahmepreis pro Person beträgt 6,-- € (ermäßigt für Jugendliche, Senioren, Behinderte, Arbeitslose: 3,00 €).

Weitere Informationen zum Weg der Erinnerung
Download des Flyers zum Weg der Erinnerung 2017

 
 

Nach oben