vom 18.06.2016

Rumpf-Preis für Flüchtlingshelfer

Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Mittelhessen erhält den mit 10.000 Euro dotierten Julius-Rumpf-Preis. Damit wird der seit vielen Monaten dauernde unermüdliche Einsatz von rund 1000 ehrenamtlichen Helfern im südlichen Lahn-Dill-Kreis gewürdigt.

Verliehen wird der Preis durch die Martin-Niemöller-Stiftung bei einem Festakt am 18. Juni im Nachbarschaftszentrum Niedergirmes.

Das Programm:

  • Auftreten wird
    Aeham Ahmad
    Flüchtling und »Pianist der Hoffnung« aus Jarmuk (Syrien)
  • Danach findet ein Fest mit Essen, Trinken und Musik statt.
  • Bereits für 15:00 Uhr wird zum Vortrag:
    »Die Zerreißprobe. Deutschland zwischen den Extremen«
    der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor sprechen .

Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Einzelpersonen und Gruppen gefördert, die sich deutlich antirassistisch und für eine demokratische Alltagskultur einsetzen. Der seit dem Jahr 2000 vergebene Preis erinnert an den Wiesbadener Pfarrer Julius Rumpf, der 1936 bis 1938 die Bekennende Kirche in Hessen-Naussau leitete und 1938 von den Nazis zwangspensioniert und aus Wiesbaden ausgewiesen wurde. Es gab viele gute Gründe dafür, dass die Entscheidung des Stiftungskuratoriums auf den AK Flüchtlingshilfe gefallen ist, erläuterten der Vorsitzende Michael Karg und Geschäftsführerin Claudia Sievers.

Als das Kuratorium vor einem Jahr zusammengekommen war, stiegen gerade die Flüchtlingszahlen massiv an, berichtete Karg. Schnell sei von der bedrohlichen »Flüchtlingsschwemme« die Rede gewesen. »Dazu wollten wir einen Kontrapunkt setzen«, sagte der Vorsitzende. Daraufhin habe man sich viele Flüchtlingshilfeorganisationen angeguckt. Der AK Flüchtlingshilfe habe das Kuratorium gleich in mehreren Punkten überzeugt. Zum einen durch die Breite seiner Arbeit und die große Zahl an Menschen, die durch die Ehrenamtlichen begleitet, betreut und gefördert werden. Diesen Einsatz nannte Karg »bewundernswert«. Zudem arbeite der AK Flüchtlingshilfe »mit klarem Blick, sehr systematisch und nachhaltig durch viele Kooperationen unter anderem mit Kirchen, Stadt und Landkreis«.

Nach der Willkommenskultur steht nun die Begleitung der Menschen im Zentrum

Lobend erwähnte der Stiftungsvorsitzende neben den Willkommenscafés für gemeinsame Begegnungen unter anderem den Schulunterricht für Flüchtlingskinder, den Lehrer in der Albert-Schweitzer-Schule dreimal die Woche ehrenamtlich anbieten. Es werde der Einzelne mit seinen individuellen Bedürfnissen gesehen und nicht die Masse, so Karg: »Alles geschieht eherenamtlich, aber es entstehen Kosten.« Mit den 10.000 Euro Preisgeld soll die organisatorische Arbeit der Flüchtlingshelfer unterstützt werden, außerdem soll das Geld helfen, Schulungen und Weiterbildungen für die Mitarbeiter sowie die Rechtsberatung für Flüchtlinge zu finanzieren. Über die große Anerkennung freute sich AK-Sprecher Harald Würges.

Die Rechtsberatung spiele eine immer größere Rolle, vor allem in Folge der Asylpakete der Bundesregierung, sagte Würges gegenüber der WNZ. Dafür müsse häufig ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Der AK Flüchtlingshilfe werde seine Arbeit nun von der anfänglichen Willkommenskultur auf die Begleitung der hier lebenden Flüchtlinge umstellen. Die Wetzlarer Erstaufnahmeunterkunft, das Flüchtlingscamp in der Spilburg, in dem aktuell noch 140 Menschen leben, wird zum 20. Juni geschlossen.

Leider ist Harald Würges, der sich mit seinem unermüdlichen Einsatz besonders verdient gemacht hat, zwischenzeitlich schwer erkrankt. Er wird leider an der Veranstaltugn nicht teilnehmen können.

 
 

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