Hass im Netz
 
vom 16.02.2017

Rechtsextreme ködern im Netz

Schwesig will mehr Schutz für Jugendliche, denn immer öfter versuchen Rechtsextreme, Jugendliche im Internet für sich zu gewinnen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von jugendschutz.net.

Immer öfter versuchen Rechtsextreme, Jugendliche im Internet für sich zu gewinnen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von jugendschutz.net, einer gemeinsamen Internetplattform des Bundes und der Länder.

Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) fordert hier besseren Schutz. Rechtsextreme haben im Netz viele Möglichkeiten, um an Jugendliche zu kommen - durch Online-Spiele oder Musikvideos, auf Youtube, Facebook und Instagram. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters von jugendschutz.net, Stefan Glaser, ist die Plattform im vergangenen Jahr gegen knapp 1.700 rechtsextreme Angebote im Netz vorgegangen.

In 80 Prozent der Fälle waren die Betreiber der sozialen Netzwerke bereit, die Inhalte zu löschen. Eine erstaunlich hohe Quote, die Glaser damit erklärt, dass der Einspruch einer Institution bei den Betreibern einen höheren Stellenwert hat als einzelne User, die einen Missbrauch melden. Vor allem die großen Betreiber seien durchaus zugänglich, so Glaser.

Sorge bereiten der Internetplattform kleinere soziale Netzwerke, die bei Beschwerden kaum reagieren und auf die Rechtsextreme zunehmend ausweichen. Als Beispiel nannte Glaser die deutsch-russische Seite vk.com. Rassistische Hetze häufig ganz offen im Netz Glaser berichtete auch, dass ausländerfeindliche und rassistische Hetze immer öfter ganz offen – unter dem jeweiligen Klarnamen – im Netz verbreitet werde.

Eine lückenlose Kontrolle der Inhalte sei schwer, meint Bundesfamilienministerin Schwesig. Schwesig: »Präventionsarbeit im Netz ausbauen Schwesig setzt darauf, die Medienkompetenz von Jugendlichen weiter zu stärken, die Präventionsarbeit im Netz auszubauen und vor allem die Betreiber von sozialen Netzwerkseiten noch stärker in die Pflicht zu nehmen.« Deshalb unterstütze die Bundesregierung über das Programm »Demokratie leben!«

 
 

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