vom 28.03.2016

Mahntafel zum Antisemitismus am Wetzlarer Dom

Der Antisemitismus wurde von den Nazis nicht erfunden, sondern hat eine lange Tradition im christlichen Abendland. Das kann man am am Südportal des Wetzlarer Doms betrachten.

Über Jahrhunderte wurden Juden von Christen bis in die Neuzeit gedemütigt herabgesetzt und verfolgt. Viele Pogrome zeugen von einem in der christlichen Bevölkerung fest verankerten Antisemitismus. Hiervon zeugen auch Spuren in Wetzlar

Dies können wir am Südportal des Wetzlarer Doms aus dem 13. Jahrhundert erkennen: Hier sieht man am Fuße der Steinfigur Marias mit dem Kinde einen in Stein gemeißelten Teufel der einen Juden umschlingt.

Die evangelische Kirchengemeinde und die katholische Domkirchengemeinde haben dazu eine Hinweistafel am Dom anbringen lassen:

Antisemitismus (auch Judenfeindlichkeit Judenhass oder Judenfeindschaft) bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums. Die Feindschaft gegenüber den Juden reicht bis in die Antike und geht von Verleumdung Diskriminierung und Unterdrückung über regionale Ausgrenzung Verfolgung und Vertreibung bis hin zu dem Versuch ihrer vollständigen Vernichtung im Holocaust (1941  – 1945) während des deutschen Faschismus.

Im Unterschied zu allgemeiner Fremdenfeindlichkeit wird Judenfeindlichkeit meist mit angeblich unveränderlichen Eigenschaften von Juden begründet.

Die Nazis haben den Antisemitismus also nicht erfunden sondern ihn sich zu eigen gemacht und zu einem Teil ihres völkischen Welt- und Menschenbildes und stießen damit auf breite Zustimmung in der Bevölkerung.

Standort:
Domplatz | D 35578 Wetzlar

 
 

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