Schriftzug der künftigen Gedenktafel
Schriftzug der künftigen Gedenktafel
vom 31.03.2016

Gedenktafel zur NS-Zwangsarbeit am neuen Kreishaus

Am 31.03.2016 wurde im Neubau der Kreisverwaltung eine Gedenktafel zum Gedenken an die Zwangsarbeit enthüllt. Denn dieser steht auf einem Grund, auf dem sich während des NS-Staates von 1939 - 1945 Zwangsarbeiterbaracken befanden.

Auf Anregung von WETZLAR ERINNERT e.V. hatte der Kreistag des Lahn-Dill-Kreis vor einem Jahr einstimmig beschlossen, zu Ehren der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während der NS-Zeit zu Tausenden aus ihrer Heimat in den heutigen Lahn-Dill-Kreis verschleppt worden waren, eine Gedenktafel im neuen Kreishaus zu enthüllen. 

Im Rahmen einer Gedenkstunde wurde am 31. März 2016 die Gedenktafel enthüllt . Auf der Tafel werden nunmehr die Besucherinnen und Besucher der Kreisverwaltung lesen können:

ZUM GEDENKEN
an die während des Deutschen Faschismus
aus ganz Europa verschleppten Menschen,
die zwischen 1939 und 1945
im Kreis Wetzlar und im Dillkreis
Zwangsarbeit leisten mussten.

Der Anlass hierfür ist u.a., dass auf dem Standort des neuen Kreishauses und in unmittelbarer Umbgebung eine hohe Konzentration Zwangsarbeiterbaracken errichtet worden waren, in denen zusammen gepfercht und bewacht die Menschen hausen mussten, die zur Zwangsarbeit in den umliegenden Firmen gezwungen worden waren.

Am 2. Mai 2014 informierte die WNZ in Ihrer Bilderrätsel-Serie »(Er)kennen Sie Wetzlar?« (563. Folge) zu den historischen Gegebenheiten wie folgt:

»Damals Schleusenstraße heute Moritz-Hensoldt-Straße«.
... Zu sehen sind Kinder vor einer Holzbaracke an der heutigen Moritz-Hensoldt-Straße, die einen Ringelreihen tanzen. Hierzu schrieb Franz Rauner (der sich am Bilderrätsel beteiligte): »Selten hat mich ein Foto Ihrer Rätselserie so berührt wie dieses. Kurz nach dem Krieg tanzen die Kinder vor einer Holzbaracke an der heutigen Moritz-Hensoldt-Straße Ringelreihen. Diese Baracke war im 2. Weltkrieg Unterkunft für die Zwangsarbeiter der Firma Hensoldt. Im Stadtgebiet waren damals in 26 Lagern bis zu 4.750 Fremdarbeiter untergebracht. Das entsprach fast 25 Prozent der Wetzlarer Wohnbevölkerung. Statt der Not der Zwangsarbeiter nun fröhlich spielende Kinder! Nach der Zuschüttung des alten Schleusenkanals entstand eine große Fläche bis zur Sophienstraße. Das Fabrikgebäude der Firma Seibert rechts hinter den Bäumen ist ebenso verschwunden wie eine Tankstelle, die Anfang der 1960er Jahre der Baracke folgte.«

Klaus Neumann informierte ergänzend, dass die Baracke nach dem Krieg »... in einen Stützpunkt der Arbeiterwohlfahrt umfunktioniert worden (war). In dieser Baracke war auch ein Kindergarten untergebracht. Am linken Bildrand sind die Häuser zu sehen, die ehemals am Schleusengraben gebaut worden waren. Die Gebäude rechts stehen nicht mehr. Sie mussten Platz machen für die Sparkasse und das inzwischen marode Kreishaus.«

 

Standort:
Foyer im neuen Kreishauses
Moritz-Hensoldt-Straße 1 | D 35576 Wetzlar

Film von hessencam über die Gedenkstein-Enthüllung am 31.03.2016 im Foyer des neuen Kreishauses

Bericht in der Wetzlarer Neuen Zeitung vom 31.04.2016

 

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