vom 23.09.2016

Für die Ächtung völkischen Gedankengutes

Die LAG Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit – setzt sich auf vielfältige Weise fachlich mit der Ideologie und den Ergebnissen der 12 Jahre dauernden Herrschaft des Nationalsozialismus auseinander. Auf Grundlage dieser Kompetenz ergriff sie im September 2016 nachfolgende Initiative mit dem Aufruf, ihrer Erklärung zum »Völkischen« beizutreten.

LAG der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit     


»Völkisch« ist nicht irgendein Adjektiv

Wer das »Völkische« rehabilitieren will, dem muss unterstellt werden, faschistisches Gedankengut wieder salonfähig zu machen. Es ist die Anbiederung an die extreme Rechte. Es ist das Bemühen, mit jedem wiederbelebten Begriff aus der NS-Zeit auch ein Stück der Ideologie dieser Zeit in aktuellen Debatten zu verankern. Zuerst tauchte die »Lügenpresse« wieder auf, dann die »Umvolkung«. Auch „Volksverräter“ gibt es schon wieder. Und nun die Forderung nach der Rehabilitierung des »Völkischen« (Siehe auch Fußnote).

Damit wird unverhohlen versucht, Begriffe, die grundlegend für die NS-Ideologie stehen, im heutigen Sprachgebrauch zu etablieren. Das akzeptieren wir nicht!

Wir brauchen:

  • ein gemeinsames Plädoyer für die demokratischen Grund- und Menschenrechte,
  • eine wehrhafte, für die Unantastbarkeit des Gleichheitsgrundsatzes und der Menschenwürde eintretende Gesellschaft.
  • eine parteiübergreifende Ächtung des völkischen Menschen- und Gesellschaftsbildes.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür einstehen!

*) Frauke Petry in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ am 10.09.2016 zu den Zielen AfD bei der Bundestagswahl 2017: „Sie habe ein Problem damit, „dass es bei der Ächtung des Begriffes ‚völkisch’ nicht bleibt, sondern der negative Beigeschmack auf das Wort ‚Volk’ ausgedehnt wird“. Der Begriff „völkisch“ sei letztlich „ein zugehöriges Attribut“ zum Wort „Volk“.

V.i.S.d.P.: LAG Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen • Renate Dreesen, A.-Schwinn-Str.49, Pfungstadt

 
 

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