vom 28.10.2017

Berliner Compagnie: »DIE WEISSEN KOMMEN« • Sa., 28.10.17 • Herborn-Burg

Ein Theaterstück über Afrika. Über uns. Nach Angaben der UN übersteigt die Zahl der Unterernährten erstmalig die Milliarden-Grenze, 1/3 von ihnen lebt in Afrika. Das Stück greift die Katastrophe in Afrika und deren Ursachen in Europa auf.

  • Berliner Comagnie:
    »DIE WEISSEN KOMMEN«

    Sa., den 28. Oktober 2017, Beginn: 20:00 Uhr
    Einlass ab 19:00 Uhr – freie Platzwahl
  • Eintritt: 14,--€ (VVK 12,-- €)
    Ermäßigt: 9,--€ (VVK 8,-- €)

  • Bürgerhaus Herborn-Burg
    Junostraße 1a |  D 35745 Herborn

  • Vorverkaufskarten erhältlich beim
    Herborner Weltladen
    Schulhofstraße 2 | D 35745 Herborn

    Tel: 02772-4765462
    Kartenbestellung per Mail
  • Es treten auf: Natascha Menzel, Jean-Theo Jost, Dimo Wendt, H.G. Fries
    Stück: Helma Fries und Elke Schuster
    Regie: Elke Schuster
    Musik: Rudolf Stodola
    Bühne: Wulf Jahn
    Fotos: Ida Henschel

Informationen zum Stück:
Das Spiel beginnt mit weißen Tradern, Bankern, Kolonisatoren, Sklavenhändlern. Zug um Zug unterwerfen sie den schwarzen Kontinent. Auf ihrer Jagd nach immer größerem Gewinn kennen sie kein Gesetz. Diebstahl, Raub und Völkermord – fast alles ist erlaubt.

Wer jedoch eine zentrale Spielregel verletzt, wird vom scheinbar allmächtigen Gamemaster aus dem bisherigen Spiel hinausgeworfen. Von einem Augenblick zum anderen ist er nicht mehr Weißer, sondern Schwarzer; kein Herr mehr, sondern Sklave, Rebell, Freiheitskämpfer.

Kannten sie bislang den Kontinent nur aus der Sicht der Eroberer, so lernen sie jetzt das Sklavenschiff, die Zwangsarbeit auf der Plantage, die Massaker an den Aufständischen kennen. Sie leben das Leben der Ausgebeuteten und Unterdrückten, geraten in Revolten und Revolutionen.

Jetzt würden sie gerne mit dem Spiel aufhören. Aber sie können offenbar die virtuelle Welt nicht mehr verlassen. Als Gäste in der schwarzen Haut kämpfen sie sich durch die Jahre und Epochen zurück in die Gegenwart.

Motiviert zu dem Stück wurde die Berliner Compagnie durch die Beobachtung, dass in der Öffentlichkeit ein großes Missverhältnis besteht zwischen einer durchaus starken emotionalen Betroffenheit aufgrund der von den Medien verbreiteten Bildern der Not einerseits und einer katastrophalen Unkenntnis der wirklichen Ursachen dieser Not andererseits. In Umfragen wird auf die Frage nach Instrumenten zur Bekämpfung des Hungers in der Welt fast ausschließlich Nahrungsmittelhilfe, Entwicklungshilfe oder bessere Regierungsführung genannt. Schlechte Regierungsführung geben in einer jüngsten Umfrage gerade die besser Verdienenden bei uns als größtes Problem der Entwicklungsländer an.

Die meisten Bürger bringen die elenden Zustände weder mit den augenblicklichen, von der EU und ihrer eigenen Regierung mitgesetzten weltwirtschaftlichen Regeln, noch mit der europäischen Kolonialgeschichte, noch mit ihrem eigenen Konsum oder Wahlverhalten zusammen.

Eine milliarde Unterernährter
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO 2009) übersteigt die Zahl der Unterernährten erstmalig die Milliarden-Grenze. Ein Drittel von ihnen lebt in Afrika. Das Millenniums-Ziel, den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, wird ganz offenbar scheitern.

Die Berliner Compagnie möchte mit diesem Stück auf die externen Ursachen der Katastrophe in Afrika hinweisen und zwar auf diejenigen, die mit Europa zu tun haben, mit uns. Denn obwohl wir hohe Summen als Entwicklungshilfe an Afrika schicken, schädigen wir - bzw. unsere Regierungen, unsere Konzerne - auch ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der Kolonialzeit offenbar weiterhin und auf verschiedene Weise unseren Nachbarkontinent.

Dieses Problem steht im Zentrum des Projekts... 
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Link zum VIDEO auf BRF-online
Download der Veranstaltungsflyers für Herborn (PDF-Dokument, 640 KB)

 
 

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