Veranstaltung zum Antikriegstag - Lesung aus dem Buch von Kiryllow
vom 01.09.2017

Antikriegstag 2017: »Und ihr werdet doch verlieren!«

Lesung am 1. Sept. in der Kulturstation mit Irmgard Mende und Chris Sima aus dem Buch von Tomasz Kiryllow, des 1942 als Zwangsarbeiter nach Wetzlar verschleppt wurde.

LESUNG zum ANTIKRIEGSTAG

aus dem Buch von Tomasz Kiryllow
»UND IHR WERDET DOCH VERLIEREN!«

am Fr., 1. Sptember 2017
Beginn 20:00 Uhr

Kulturstation Wetzlar
Lahnstraße 9 | 35578 Wetzlar

  • Irmgard Mende
    und
  • Chris Sima
    versprechen aus einem spannenden Buch eine kurzweilige Lesung trotz des ernsten Hintergrunds.
  • Samira Rafei
    begleitet die beiden musikalisch.

Der junge, zur Zwangsarbeit aus seiner Heimat nach Wetzlar verschleppte Tomasz Kiryllow (1942 17 Jahre alt) überlebt den Krieg und fasst seine Erinnerungen in einem Buch zusammen, das 1980 in Polen erschien. Die deutsche Übersetzung wurde 1985 unter dem Titel »Und ihr werdet doch verlieren!« herausgebracht.

Am 1. Sept. 1939 überfiel die faschistische Wehrmacht Polen. Damit entfacht Adolf Hitler den 2. Weltkrieg. Anlässlich des neuen Wettrüstens in der Zeit des Kalten Krieges erklärt der DGB 1957 den 1. Sept. zum Antikriegstag: »Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!«. Wetzlar Erinnert nimmt dies zum Anlass, am 1.Sept. 2017 diese Buchlesung zu organisieren.

Download des Veranstaltungslyers (0,5 MB)

Hintergrundinformationen:
Tomasz Kiryllow
wurde am 24.03.1925 in Soriki (Belorussland) geboren, verbrachte dort seine Kindheit und Jugend bis zum 17. Lebensjahr. Gemeinsam mit seinen Schulfreunden Anton Kierski und Mieczyslaw Simankowicz wird er im Juni 1942 zur Zwangsarbeit in das faschistische Deutschland verschleppt. Der Transport endete im Durchgangslager Kelsterbach. Dort erschien nach wenigen Tagen ein »Käufer« aus einer Fabrik (der Fa. Pfeiffer Apparatebau), die Teile für Flugzeugmotoren in Wetzlar produzierte. Hier sollte den 60 benötigten Arbeitskräften das Drehen beigebracht werden. Zu den Ausgewählten zählten auch Kiryllow und seine Leidensgenossen.

In seinem Buch beschreibt er Lagerhaft, die Zwangsarbeit in Wetzlar und den entsetzlichen Hunger, den er erlitt. Die »Ostarbeiter« durften das Lager nur verlassen, um in der Fabrik Pfeiffer Apparatebau 12 Stunden am Tag zu arbeiten.

Im Frühsommer 1943 wirft man ihm »Sabotage in der Rüstungsproduktion und antifaschistische Propaganda« vor und überführt ihn in das SS-»Arbeitserziehungslager« Heddernheim bei Frankfurt/Main. Von dort wird er in das KZ Buchenwald deportiert. Weil er französisch spricht, wird er 1944 in das Außenlager III.-SS-Brigade Köln-Deutz überstellt, um mit anderen KZ-Häftlingen an die Westfront verlegt zu werden. In Frankreich kann der zwischenzeitlich Neunzehnjährige fliehen. Er schloss sich den französischen Partisanen an und kämpfte in der Gruppe in »Blangy-sur-Ternoise« bis zur Befreiung durch die Alliierten.

1987 besuchte er auf Einladung der IG Metall Wetzlar und schilderte seine Erlebnisse in unserer Stadt (siehe Bild mit roten Pfeil) und die Skizze, die Tomasz Kiryllow auf dem Stadtrundgang am 01.04.1987 anfertigte.

 
 

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