Thema Fremdenhass
Thema Fremdenhass
vom 11.05.2017

»Angst vor Überfremdung – Fremdenhass begegnen«

Dr. Reiner Becker von der Uni Marburg sprach in Haiger über den Umgang mit Flüchtlingen. »Sich an den eher leisen Tönen zu orientieren und eine positive Leitidee formulieren.« Dies sind für Ihn zwei der Möglichkeiten, mit denen man Fremdenhass begegnen kann.

Der Vortrag sollte verschiedene Aspekte zu der Frage ausleuchten, wie sehr sich die politische Kultur im Land verändert hat und welche konkreten Herausforderungen bestehen.

  • »Angst vor Überfremdung – Fremdenhass begegnen«
    am Do., 11. Mai 2017 Uhr, Stadthalle Haiger
    mit Dr. phil. Reiner Becker,
    der Leiter des Demokratiezentrums im »beratungsNetzwerk hessen«

Hier ein Bericht aus den lokalen Zeitungen im Nordkreis:

»Angst vor Überfremdung - Fremdenhass begegnen«
So lautete das Thema des Vortrags, den Becker am Donnerstagabend vor über 100 Zuhörern in der Haigerer Stadthalle hielt. Becker ist Leiter des Demokratiezentrums im "beratungsNetzwerk hessen".

Für diese überregionale Veranstaltung hatte Michael Hörder von der Allianzmission, der 19 Jahre als Migrant in Afrika gelebt und gearbeitet hat, gleich sieben Kooperationspartner mit ins Boot geholt: Neben den Arbeitskreisen für Migration und Integration (AMIN) Haiger, Hickengrund und Hoher Westerwald den Arbeitskreis für Flüchtlingsarbeit »Offenes Dietzhölztal«, das Netzwerk Flüchtlingshilfe LDK-Nord, den Verein »Haiger gegen Rechts« und das evangelische Dekanat.

Den Rechten klare Kante gezeigt
»Uns als Arbeitskreise der Region ist es wichtig, nicht nur den Flüchtlingen bei der Integration zu helfen, sondern auch der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, sich den Flüchtlingen zu nähern«, sagte Hörder. »Nur wenn wir frühzeitig eine Plattform bilden, können wir verhindern, dass sich Vorurteile und Fremdenhass etablieren.«

Haigers Erster Stadtrat Sebastian Pulfrich zeigte sich beeindruckt von dem breit aufgestellten Bündnis: »Gutes Miteinander in Haiger ist wichtig. Mit einem breit aufgestellten Übergewicht aus Gewerkschaft, Kirchen, Parteien und Vereinen wurde bei der Demo im Vorjahr den Rechten klare Kante gezeigt.« Sein Rat: »Wir sollten mit dazu beitragen, die Urangst gegenüber Fremden abzubauen und den Dialog mit ihnen suchen.«

Seit Sommer 2015 habe sich in Deutschland viel verändert. Einerseits gebe es viele Menschen, die bereit seien, Flüchtlingen zu helfen und andererseits gebe es Vorurteile, Ablehnung, Abwehr und Gewalt.

Für Ehrenamtliche, die sich für Menschen engagieren, sei das keine einfache Arbeit. Immer mehr gerieten sie in den Fokus von Beschimpfungen und Anfeindungen, sagte Becker. Auf Vorurteilspotenziale für Fremdenhass eingehend, wies der Sozialpsychologe auf Themen wie »Ablehnung von Asylbewerbern«, »Antisemitismus«, »Fremdenfeindlichkeit« und »Islamfeindlichkeit« hin.

»Diese Vorurteile finden ihre Bindung in Kommentaren der Sozialen Netzwerke, auf der Straße bei Pegida und bei Gewalt gegenüber Flüchtlingen und ihren Unterkünften«, sagte Becker klar. Die AfD, die sich in 12 Landtagen etabliert habe, stehe für "Rechtspopulismus mit den Themenfeldern ›Zuwanderung und Asyl‹, ›Die Rolle des Islams in Deutschland‹ und ›Die Bekämpfung der Kriminalität‹ «, so der Wissenschaftler von der Philipps-Universität in Marburg. Zielgruppen dieser Partei seien Gegner von Euro-Rettungspaketen, Protestwähler, Nichtwähler sowie Arbeitslose und Bürger mit geringem Einkommen.

Um gegen Fremdenhass anzugehen, solle man das breite zivilgesellschaftliche Engagement unterstützen, schützen und entlasten und die Frage »Wie wollen wir zukünftig zusammenleben?« beantworten.

Gemeinschaftsveranstaltung von:
• Verein »Haiger gegen Rechts«,
• Arbeitskreis Migration & Integration
• Netzwerk Flüchtlingshilfe LDK-Nord
• Evangelisches Dekanat an der Dill

 
 

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