Teil der Industriegeschichte Wetzlars

 

1945 – 2020: 75 Jahre nach Befreiung der Zwangsarbeiter

Plädoyer für einen Dokumentations-, Begehungs- und Gedenkort

Als Karin Bernhardt, Reinhard Jahn und Witich Rossmann 1985 im Auftrag der ehemaligen IG Metall-Verwaltungsstelle Wetzlar die Ausstellung über das System der NS-Zwangsarbeit für eine Wanderausstellung erarbeiteten, leisteten sie eine Pionierarbeit, die auf viel Skepsis und Argwohn stieß. Groß waren die Vorbehalte von Unternehmen und Institutionen, dass sich die zu Tage tretenden schrecklichen Lebensumstände für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter als Imageschaden für die Firmen und die Stadt Wetzlar manifestieren könnten. Entsprechend vorsichtig mussten die Drei ihr Anliegen beim Aufsuchen der öffentlichen, privaten und Werksarchive vortragen, um Gehör zu finden und Akteneinsicht zu erlangen.

Wir hoffen, dass heute – ein gutes Lebensalter nach den Ereignissen – der Umgang mit der NS-Vergangenheit souveräner aufgenommen wird und der Bedarf nach neuen, ergänzenden Recherchen auf mehr Wohlwollen der heutigen Verantwortlichen stoßen kann. Wir plädieren – im Gegensatz zur alten Wanderausstellung – für einen festen Ausstellungsort, der auch Gruppenführungen zu festen Öffnunszeiten zulässt.

Einen Ort in der Museumslandschaft finden
Wir meinen: Das Kapitel »Zwangsarbeit in Wetzlar« hat es heute – einem Dreivierteljahrhundert nach der Befreiung der Stadt durch die Alliierten – verdient, zu einem festen Bestandteil in der Beschreibung der Industriegeschichte Wetzlars zu werden.

 
 
29.03.1945: Befreite Zwangsarbeiter in Niedergirmes mit dem ihrem Hab & Gut

29.03.1945: Befreite Zwangsarbeiter in Niedergirmes mit dem ihrem Hab & Gut

 
 
 

Projektidee Ausstellungs-Remake • Impulsworkshop am 12.03.2016

20.03.2016: Workshop »Wie weiter bei der Neugestaltung der Ausstellung?«

20.03.2016: Workshop »Wie weiter bei der Neugestaltung der Ausstellung?«

 
 

Projekt-AG aus Schülern, Lehrern und Vereinsmitgliedern

Mit einem Workshop ergriff der Verein Wetzlar erinnert e.V. die Initiative, unterschiedliche Menschen für die Aufarbeitung der alten Ausstellung, die digitale Sicherung der Daten, Dokumente und Bilder sowie deren Ergänzung durch die heutigen technischen und multimedialen Möglichkeiten zu gewinnen. Seit März 2016 hat eine neunköpfige Projektgruppe (Hartmut Crass, Cedric Egli, Lisa Herbel, Thomas Kestermann, Andrea Neischwander, Ernst Richter, Frederick Theiß, Andrea Theiß und Sophia Zimmermann) sich dieser Aufgabe gewidmet.

 

Das Ergebnis von einem Jahr Teamarbeit

Größtes Hemmnis für eine Weiterarbeit war die offene Frage nach einem geeigneten festen Ort, an dem die Aussstellung künftig gezeigt werden könnte. Denn für die Konkretisierung der vielen guten Ideen hätte die Gruppe klare Angaben über die zur Verfügung stehende Ausstellungsfläche und der Raumbeschaffenheit gebraucht.

Deshalb hat sich die Projekt-AG dazu entschieden, eine Werbeausstellung für die Realisierung der eigentlichen neuen Ausstellung zu produzieren, um Multiplikatoren, Sponsoren und Entscheidungsträger für diese Idee zu gewinnen.

Gleichzeitig wird auf diesen 6 Roll-Ups, ausgesuchten Tafeln der alten Ausstellung sowie auf zwei Monitoren demonstriert, wie in einer neuen Ausstellung nicht nur die alten Datenbestände neu aufbereitet werden, sondern durch die heutigen medialen Möglichkeiten attraktiver dargestellt werden können.

Wir – die Projekt-AG – hoffen, Sie hiervon überzeugt zu haben und Sie zu gewinnen, das nachfolgend skizzierte Projekt zu unterstützen. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Lösung der Standortfrage durch die Stadt Wetzlar.

 
 
 
 

Ziel: Fester Ausstellungsort und Produktion in der Schule

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