Zwangsarbeit

 
 

Projekt an der Siemens-Schule zur Neugestaltung der Ausstellung »Zwangsarbeit in Wetzlar«

Schüler/-innen des Beruflichen Gymnasiums erarbeiteten Vorschläge zur Neugestalttung

Rund 40 Jugendliche Jahrgangsstufe 13 (Q 3) des  Beruflichen Gymnasiums der Werner-von-Siemens-Schule haben innerhalb einer Woche in 14 Arbeitsgruppen von jeweils 2 - 3 Schülerinnen und Schüler Tafeln der alten IG Metall-Ausstellung zur Zwangsarbeit in Wetzlar als Gegenstand eines Unterrichtsprojektes im Fach Geschichte erfasst. Die Aufgabenstellung für die Schülerinnen und Schüler lautete:

  • Thematische und informative Erfassung von einer (teilweise auch von zwei)  alte(n) Ausstellungstafel(n).
  • Eigenverantwortliche Recherche von weiteren Informationen im Internet, Archiven und Literatur zum jeweiligen Thema.
  • Kritische Würdigung der Tafelgestaltung bezüglich ihrer Botschaften, sowie der inhaltlichen Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit für die Betrachter.
  • Entwicklung von Ideen zur inhaltlichen und visuellen Neugestaltung des jeweiligen Themas, eingebettet in ein neues Ausstellungskonzept.
  • Materielle Umsetzung der neuen Ideen.
  • Praktische Umsetzung.
  • Vorbereitung einer Präsentation vor den projektleitenden Lehrkräften und allen beteiligenden Schülerinnen und Schüler.
  • Absprachen zur Vorstellung der Projektergebnisse.
 

Schon in der letzten Woche vor den Sommerferien hatten sich die Schülerinnen und Schüler in einer Projektwoche mit dem Thema »Zwangsarbeit zur NS-Zeit« beschäftigt. Unter anderem waren sie dabei zum Informations- und Dokumentationszentrum (DIZ) nach Stadtallendorf gefahren. Das DIZ ist ein außerschulischer Lernort, Begegnungsstätte, Museum, Archiv, Forschungs- und Informationszentrum. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf der Zeit zwischen 1933 und 1945, als Allendorf zu einem zentralen Ort der Rüstungsproduktion für den Zweiten Weltkrieg wurde. Besondere Aufgabe des DIZ ist die Aufarbeitung und Dokumentation der Situation der Zwangsarbeiter/innen in den Lagern und Sprengstoffwerken rund um Allendorf in dieser Zeit.

Außerdem konnten die Jugendlichen die insgesamt 42 Tafeln der alten Ausstellung (die im Auftrag der IG Metall 1986 erstellt worden war) studieren, um das Thema in seiner ganzen Breite zu erfassen und einen thematischen Schwerpunkt zu wählen.

In der Woche vom 25.-28. September 2017 war es Aufgabe der Schülerinnen und Schüler, die oben formulierten Aufgaben für die von ihrer Arbeitsgruppe  ausgesuchten Tafeln der alten Ausstellung zu erledigen. Am Freitag, 29. September war es dann so weit:
In der Zeit zwischen 8:30 und 14:00 Uhr stellten die 14 Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse in einem Präsentationsmarathon (unterbrochen durch zwei Pausen) den anderen beteiligten Schülerinnen und Schülern und den das Projekt leitenden Lehrkräften Regina Thöle und Thomas Kestermann vor.

Jede der 14 Gruppen hatten ca. 20 Min. Zeit, den Lehrkräften und den anderen Jugendlichen ihre Vorschläge zu präsentieren und zu begründen. Anschließend standen sie Rede und Antwort für Fragen, Kritik und Anmerkungen der Anderen zur Verfügung.

Jede der 14 Gruppen hatten ca. 20 Min. Zeit, den Lehrkräften und den anderen Jugendlichen ihre Vorschläge zu präsentieren und zu begründen. Anschließend standen sie Rede und Antwort, stellten sich  Fragen, Kritik und Anmerkungen der Anderen.

Nutzung heutiger Medienvielfalt und didaktisch durchdachte Konzepte
Interessant ist die Vielzahl genialer Ideen , wie die alte Ausstellung in ihrer Gesamtheit mit neuen Leben gefüllt werden könnte. Z.B. durch die Nutzung der heutigen Medienvielfalt und didaktisch durchdachter Konzepte zur Steigerung von Vorstellungsvermögen und der Förderung von Empathie bei den Ausstellungsbetrachtern.

Im Einzelnen können Sie in den nachfolgenden Aufklappmenüs eine Bildergalerie von der Präsentation und die Vorschläge der 14 AGs sehen.

 
 

Fotostrecke vom 29.09.2017

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1 bis 33 von insgesamt 33

 

Die AG wollte für die Neugestaltung dieses Ausstellungsteils den Transport der deportierten Menschen in aus Güterwagons bestehenden Sonderzügen anschaulicher vermitteln. Hierzu fassten sie die Transportbedingungen nach eingehendem Studium der Literatur wie folgt zusammen:

  • Die Menschen wurden wie Vieh behandelt
  • Enge, Gestank, Hitze bzw. Kälte je nach Jahreszeit
  • Kein Essen, kaum Wasser
  • Fäkalien im Waggon

Krankheiten:

  • Schwangere mit Schwerstkranken zusammen
  • Leichen blieben liegen
  • Neugeborene wurden herausgeworfen
  • Verlassen der Waggons während des Transports war untersagt

Transportdauer: bis zu fünf Tage

  • Zwischen 60 und 100 Personen im Güterwagen

Die AG ermittelte die Grundfläche eines durchschnittlichen Güterwaggons der damaligen Zeit und errechnete die Grundfläche, die für einen Menschen bei einer Anzahl von 100 Personen übrig bleibt: 3.600 qcm. Anschließend bauten sie aus Holz einen sargähnlichen Kasten, der senkrecht gestellt nach vorne geöffnet ist. Dabei verfolgen sie die Idee, dass der Ausstellungsbetrachter dazu aufgefordert wird, sich in den Kasten zu stellen und hierin die o.g. Stichworte zu den Transportbedingungen zu erfassen.

Bilder und im Vergleich zur der alten Ausstellung stark gekürzte Texte sollen als ergänzende Informationen der Betrachterin / dem Betrachter dazu dienen, die Unmenschlichkeit der Transportbedingungen erfassen zu können.

Bilder:
Rechts oben:
Kritik an zu langen Texten der alten Ausstellungstafel, links davon der Holzkasten, in den sich
die Betrachterin / der Betrachter hineinstellen soll.
Rechts unten: Innenansicht des oberen Teil des Holzkastens mit Stichworten zu den Transportbedingungen.
© Ernst Richter

 
 
 
 
 
 
 
 
 

2. Arbeitsgruppe ENTLOHNUNG

Die AG erfasste die tarifliche Entlohnung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf der Basis eines deutschen Hilfsarbeiters von 0,90 RM pro Stunde. Gemäß der Rassenhierarchie des NS Staates stand den Betroffenen jedoch nach Herkunftsland nur ein prozentualer Anteil zu. Außerdem wurden ihnen für Unterkunft und Verpflegung weitere große Beträge abgezogen. Zudem wurde die Beschäftigung von Ostarbeitern noch mit einer »Ostarbeiterabgabe« belegt. Zur Erfassung des Realwertes der zugestandenen Entlohnung ermittelte die AG den Preis für ein kg Brot = 0,37 RM und errechnete dann die erforderliche Arbeitszeit, die die Betroffenen aufwenden mussten, um sich das Brot leisten zu können:

  • Polnische und westeuropäische Zwangsarbeiter: 2:53 Std.
  • Französische Kriegsgefangene: 14:13 Std.
  • Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion (Ostarbeiter): 18:30 Std.
  • Russische Kriegsgefangene: 18:30 Std.

Willkür:
Die tatsächliche Auszahlung von Geldern war sehr willkürlich. So zitiert die AG die Aussage der ukrainischen Zwangsarbeiterin Klawidia Tolstikowa: »Geld haben wir für die Arbeit nicht bekommen. Außer Verpflegung und irgendeiner Uniform gab es nichts [ ... ] Wir haben uns nie etwas kaufen können.«

Die AG kritisierte die langen Texte auf der alten Tafel und schlägt vor, künftig mit Hilfe der von Bildern und die Diagrammen die rassistisch bedingte Hierarchisierung bei der Vergütung und den realen Wert des zugestanden Lohns (ein Hungerlohn) darzustellen. Siehe Bild links.

 
 
 
 
 

Die Arbeitsgruppe setzte sich zunächst mit der alten Ausstellungstafel auseinander. Zentrale Kritik: Zu viele Tabellen verwehren einen klaren Blick auf die Relation zwischen Gewinnsteigerungen und sinkenden Löhnen.

Zur besseren Darstellung des Verhältnisses von Gewinnen und Löhnen empfiehlt die AG bei einer Aufbereitung der alten Tafelinhalte mit Diagrammen zu arbeiten.

Die AG produzierte zur Veranschaulichung ihrer Vorschläge mit Hilfe eines 3D-Druckers die Säulendiagramme von der Gewinn-Lohnrelation der Firmen Buderus'sche Eisenwerke, Leitz und Hensoldt.

Die Symbolik mit dem goldenen Löffel im Vordergrund wird noch erläutert

 
 
 
 
 
 
 
 

2. Arbeitsgruppe ENTWÜRDIGUNG und MENSCHENRECHTE

Die AG erfasste erstellte zu dem Themenbereich eine eigene Homepage mit interaktiven Kommunikationsangeboten:

Gehe zur Homepage der AG ENTWÜRDIGUNG und MENSCHENRECHTE

Die Präsentation der AG-Ergebnisse kann am besten durch einen Klick auf die AG-Homepage erfasst werden.

 
 

Die Arbeitsgruppe hat im Historischen Archiv der Stadt Wetzlar nach Dokumenten gesucht, die Aussagen zur Bestrafung von Zwangsarbeiter/-innen beinhalten. Den Betrieben wurden mit Richtlinien durch das Rüstungskommando (mit Sitz in Gießen) Verhaltensregeln vorgegeben. »Wirklicher Arbeitsbummelanten müssen vom Arbeitsplatz weg verhaftet werden um damit ein abschreckendes Beispiel zu statuieren« (aus einem Schreiben der Rüstungsinspektion XII an die Betriebe).

Die innerbetrieblichen Strafen gingen von Verwarnungen für »einmalige[r] Unpünktlichkeit« bis zu Geldbußen in Höhe eines Wochenverdienstes für »Widersetzlichkeiten«. Bei den Ostarbeiten waren zusätzlich erlaubt:

  • Ordnungsverfügungen
  • Zuteilung zur Straftruppe
  • Essensentzug
  • Arrest bis zu drei Tagen

Daneben kam es fast täglich zu Misshandlungen durch Polizei und Betriebsleitung.

→ Die AG hat Ihre Ergebnisse in Form eines Films festgehalten.
Es wird noch geklärt, ob sich der Film hier verlinken lässt?

 
 
 
 
 
 

Das Modell vom SS-Arbeitserziehungslager Hedderheim

 
 

Die Arbeitsgruppe hat sich mit dem SS-»Arbeitserziehungslager« in Heddernheim (AEL) beschäftigt. Hierher wurden auch Zwangsarbeiter aus Wetzlar überführt, wenn sie nach dem o.a. STRAFSYSTEM z.B. der Sabotage bezichtigt wurden. »Erziehungslager« steht hier als zynisches Synonym für die psychische und physische Erniedrigung der Häftlinge, um deren Willen zu brechen. 

Über das Buch von Tomasz Kiryllow, der als Zwangsarbeiter bei Pfeiffer Apparatebau als Dreher angelernt und später der »Sabotage« bezichtigt wurde, erhielt die AG einen Einblick in das Geschehen in diesem Straflager.

Um Empathie für das Leiden der Gefangenen bei den Betrachter/-innen einer neu gestalteten Ausstellung zu erwecken, hat die AG

  1. Ein Modell des AEL in Ffm-Heddernheim angefertigt
    (siehe Bild links)
  2. Eine Hörgeschichte aufgezeichnet
    Aus den Erzählungen Tomasz Kiryllow
    Hier wird noch geklärt, ob die Tonaufzeichnung zum Abspielen verlinken lässt

 

 
 
 
 

Die Essentials der alten Tafel zur Weiterverarbeitung mit dem Fokus auf die Fa. Buderus.

  • Die Zahl arbeitender Frauen stieg von 1939-1944 um das Doppelte (103 % und mehr)
  • Frauen hatten körperlich schwere Arbeit zu verrichten
  • Sie kamen aus unterschiedlichen europäischen Ländern
    • viele Ausländer
    • auch Kriegsgefangene
    • KZ Häftlinge
  • Anteil der Ausländer: 51,26 % bei Zwangsarbeitern
  • in Eisenhütten und Rüstungsbetrieben waren jeder zweiter Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangener
  • Mehr als ein Drittel der männlichen Arbeiter von Buderus sind an der Front gefallen.
  • Frauen und Männer hatten gleiche Arbeit zu verrichten
    ⇒ Demütigung ⇒ Ideologien
  • Beispiel Buderus (1944)
    • 6083 männliche Arbeiter
    • 1872 weibliche Arbeiter

→ Die AG präsentierte hierzu ein Video
    mit der Aufbereitung der Zahlen z.B. in Diagrammen
Hier wird noch geklärt, ob das Video verlinkt werden kann

 
 
 
 
 
 
 
 

Die Arbeitsgruppe hat

die Unterschiede zwischen den Arbeitsbedingungen der Deutschen und der ausländischen Zwangsarbeiter/-innen erfasst:

  • Die Deutschen wurden als »Herrenmenschen« höher bewertet

Je nach der NS-Rassenhierarchie waren Zwangsarbeiter/-innen den nachfolgenden Bedingungen teilweise oder total ausgesetzt:

  • Die Zwangsarbeiter/-innen erhielten in der Regel keine Schutzkleidung
  • Überstunden wurden nicht vergütet
  • Urlaubssperren
  • Lagerpflicht für die meisten Zwangsarbeiter/-innen
  • keine medizinische Versorgung

 

 
 
 
 

Der Kriegsverbrecherprozess vor einem amerikanischen Militärgericht fand vom 8. bis 15. Oktober 1945 in Wiesbaden statt. Gegenstand der Anklage war der Mord an mehr als 600 Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen (u.a. aus Wetzlar), die in der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar ermordet worden waren. In diesem Prozess leugneten die Angeklagten ihre Taten nicht. Die beiden Pfleger Heinrich Ruoff und Karl Willig sowie der Verwaltungsleiter Alfons Klein wurden zum Tode verurteilt. Die Hinrichtungen wurden am 14. März 1946 in Bruchsal vollstreckt. Das restliche Personal erhielt langjährige Haftstrafen.

  • Die Arbeitsgruppe hat ihre Aufarbeitung in einer Ton-Dia-Show erfasst.
    Hier wird noch geklärt, wie sich die Ton-Dia-Show verlinken bzw. downloaden lässt.

 

 
 
 
 
 
 
 
 

Die Arbeitsgruppe ging der Frage nach, in wie weit es Widerstand gab und ob dieser organisiert war. Vorweg: Ein organisierter Widerstand war unter den Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter/-innen, ihrer Isolation und ethnischen Trennung so gut wie nicht möglich.

Widerstand zeichnete sich aus durch die individuellen Versuche einzelner Zwangsarbeiter/-innen in Form von

  • Fluchtversuchen
  • der Produktion von Ausschuss
  • Arbeitsverweigerung
  • Zufügung von Selbstverletzungen
  • langsamer Arbeit
  • Simulation von Krankheiten
  • Verweigerung von Nahrungsaufnahme

Hierzu erfasste die AG Ereignisse, die als Widerstand bekannt bzw. gewertet wurden.  Wer erwischt wurde, musste mit drakonischen Maßnahmen rechnen. Auffallend ist, dass nach »der Schlacht von Stalingrad« die Zahl der Widerstandsdelikte im Vergleich zur Zeit vor dem Februar 1943 deutlich stieg.

 
 
 
 

Die Arbeitsgruppe präsentierte ihre Ergebnisse auf einem eigens hierfür gedruckten Roll-Up.

Sie dokumentierte die Eskalation der Arbeitskräfteakquise, bei der bis Ende des Zweiten Weltkrieges immer brutalere Formen der Rekrutierung ausländischer Arbeitskräfte angewandt wurden.

Wurden anfänglich noch Plakate und Propagandabilder eingesetzt, um junge Menschen aus den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten nach Deutschland zu locken, wandten Wehrmacht und SS bis Kriegsende immer drakonischer werdende Maßnahmen an. Menschen wurden urplötzlich mit Waffengewalt von offener Straße auf LKWs getrieben um anschließend in Sonderzügen in das Deutsche Reich verbracht zu werden. Die Betroffenen hatten noch nicht einmal die Möglichkeit, ihre Angehörigen hierüber zu verständigen.

 
 
 
 
 
 
 
 

Die Arbeitsgruppe erfasste ihre Ergebnisse auf einem Plakat.

Sie gestaltete kurze Texte, die über thematisch dazugehörige Bilder so aufgebracht wurden, dass man die Bilder durch Hochklappen des Textes einsehen kann.

Zwangsarbeiter-/innen besaßen keine passende Berufsbekleidung und entsprechende Arbeitsschuhe. Zunächst versuchte man die Menschen durch Altkleidersammlungen einzudecken.

Mit zunehmenden Kriegsjahren wurde eine Reichskleiderkarte eingeführt, nachdem die Deutschen Anspruch auf bestimmte Wäsche und Bekleidung nach einem Punktesystem hatten.

Die Plakatpräsentation wurde von der AG durch eine rechnergestützte Bildprojektion ergänzt.

 
 
 
 

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